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| 02:33 Uhr

Schneller Start für neue Stadtpromenade

Die Brache soll endlich verschwinden: Wohnen, Einkaufen und Verweilen sind geplant.
Die Brache soll endlich verschwinden: Wohnen, Einkaufen und Verweilen sind geplant. FOTO: Helbig/mih1
Cottbus. Nach jahrelangem Stillstand zeichnet sich jetzt ein Schnellstart für die Brache an der Stadtpromenade ab. Stadt und Investor haben in dem Planungsverfahren mit Bürgerdialog wieder zueinander gefunden. Läuft alles nach Plan, geht es im Frühjahr los. Peggy Kompalla

Richtiggehend harmonisch und motiviert zeigen sich Investor und Baudezernat am Dienstag. Gemeinsam präsentieren sie die Hinweise der Bürger zur künftigen Gestaltung der Stadtpromenade, die in den nächsten Wochen in einen endgültigen Entwurf einfließen sollen. Die Botschaft ist klar: Es geht endlich weiter und die Cottbuser werden ernst genommen. Doch bis zu diesem Durchbruch nach fünf Jahren Stillstand war es ein langer Weg, der zweier Moderatoren bedurfte - dem Initiator des Planungsverfahrens und Stadtparlamentschef Reinhard Drogla (SPD) sowie dem renommierten Architekturprofessor Heinz Nagler.

Der Professor freut sich über die rege Beteiligung der Cottbuser. Rund 1600 Menschen hatten die drei Entwürfe inspiziert, 328 ihre Anmerkungen dazu schriftlich abgegeben. "Es waren durchweg ernsthafte Hinweise", sagt Nagler. "Das gesamte Verfahren war ein echter Gewinn." Dabei habe sich gezeigt, dass insbesondere die älteren Cottbuser unter einem Phantomschmerz litten. "Sie wünschen sich das Sternchen oder die Brücke zurück." Eine Kompensation für den Verlust drückt sich in ihren Vorschlägen aus: "Sie wollen eine Flaniermeile, einen Brunnen, mehr Grün, ein Café, eine Markthalle." In jedem Fall dürfe es keine weitere Passage ohne Fenster geben, so die Forderung der Cottbuser.

Das neue Verfahren mit den drei Entwürfen als Ideen-Anregung hat auch beim Investor, der EKZ GmbH, Eindruck hinterlassen. Geschäftsführer René Becker erklärt: "Ich war anfänglich skeptisch, aber das Verfahren war ein äußerst guter Weg, der uns sensibilisiert hat. Die städtebaulichen Aspekte sind in den Fokus gerückt." Im Vergleich zum verworfenen Anbau an das Blechen-Carré sei das ein Qualitätssprung. "Wir müssen mehr Wert auf die Aufenthaltsqualität legen und dürfen nicht nur nach innen denken. Ein Café hat so eine positive Außenwirkung, aber auch transparente Wände." Das Projekt umfasse viel mehr als nur Einkaufen. "Wir wollen eine möglichst große Schnittmenge finden, aber nicht alle Vorstellungen lassen sich zu 100 Prozent umsetzen", erklärt Becker. "Das Projekt muss auf wirtschaftlichen Füßen stehen."

Reinhard Drogla war ein vehementer Gegner des alten Bebauungsplans. Heute sagt er: "Was wir jetzt diskutieren, stärkt die oberzentrale Funktion von Cottbus, hilft die Kaufkraft in die Innenstadt zu lenken, verbessert die Aufenthaltsqualität und ist keine Konkurrenz zur Altstadt."

Für den Investor kann es nicht schnell genug gehen. Bereits im Frühjahr sollten die Bagger anrücken. René Becker: "Der Zeitplan ist eng, aber wir müssen den Schwung jetzt nutzen, so lange die Emotionen und die Gespräche noch im Hinterkopf sind." Darüber hinaus müsse das Projekt bis Herbst 2017 stehen, "da wir das Geld für die Investition nur in diesem Zeitfenster zur Verfügung haben". Er rechnet mit rund 18 Millionen Euro.

Bis Ende Oktober will der Investor einen neuen Entwurf für die Stadtpromenade vorlegen, in den sowohl die Anmerkungen der Fachjury als auch der Cottbuser einfließen. Die Stadtverordneten diskutieren das Projekt. Parallel dazu bringt die Verwaltung das Baugenehmigungsverfahren in Gang.

Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD) hat als Chefin des Baudezernats nach den Hinweisen der Architekten und Cottbuser ebenfalls neue Planungsaufgaben auf dem Tisch. "Der Geh- und Radweg entlang der Schienen soll zur grünen Magistrale werden." Die Bürgermeisterin lobt das Verfahren mit Bürgerdialog. "Ich kann mir vorstellen, dass wir andere wichtigen Bauvorhaben künftig ähnlich diskutieren."