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Schmogrow feierte 115 Jahre Männerchor "Liederkranz"

Der Männerchor "Liederkranz" aus Schmogrow.
Der Männerchor "Liederkranz" aus Schmogrow. FOTO: Marion Hirche/jul1
Schmogrow. In Schmogrow spielte Gesang im Alltagsleben schon immer eine große Rolle. So war es nur folgerichtig, dass auch Chöre entstanden sind. Marion Hirche / jul1

Im März 1902 gründete der Lehrer und Kantor Kittler einen Männerchor. Das ist der Grund, warum am Sonntag in dem Spreewalddorf gefeiert wurde: Der Männerchor "Liederkranz" lud zum 115. Geburtstag ein. Zuhörer, Fans, Sänger und Tänzer kamen als Gratulanten.

Im Schmogrower Männerchor sind alle Generationen vertreten. Geübt wird jeden Dienstag in der Alten Schule. Zu den Senioren in ihren Reihen gehört Manfred Bagola. Der 83-Jährige war einer von denen, die nach dem Krieg den Chor wieder belebten: "Ich war da in der 8. Klasse und unser Lehrer hat mit uns gesungen. Das bekamen die Männer des Ortes mit und so ist der Chor wieder zum Leben erweckt worden." Nach einer 30-jährigen Auszeit kehrte der betagte Sänger nach der Wende zurück in seinen Heimatort und trat dann wieder in den Chor ein: "Das baut mich immer wieder auf, die Geselligkeit, der Spaß. Wir unternehmen auch mal mit den Frauen was gemeinsam, das ist schön. Bei den Auftritten lernt man immer wieder neue Menschen kennen, das gibt mir was. Ich wollte jetzt schon mal auf Grund meines Alters aufhören, aber meine Sangesbrüder haben immer wieder gefragt: Komm doch und da sind darunter auch noch Ältere als ich, da kann ich doch nicht aufhören." Manfred Bagola singt auch noch im Cottbuser Bäckerchor mit.

Auch Joachim Emmrich ist so ein "Viel-Sänger". Vor acht Jahren ist er zu den Schmogrowern gekommen: "Als Bürgermeister fühlt man sich ja für alles verantwortlich und meine Stimmlage war bei den Schmogrowern dünn besetzt. Da habe ich mich von der Notwendigkeit des Mitsingens überzeugen lassen. Singen macht einfach große Freude und ist eine gute Möglichkeit vom Alltagsstress abzuschalten." Der ehrenamtliche Bürgermeister von Schmogrow-Fehrow singt auch noch im Kirchenchor mit.

Mario Rublack gehört zu der noch "Berufstätigen"-Abteilung des Chores. Der 46-Jährige hat seinen ganz eigenen Grund, warum er zu den Sängern ging: "In der Zeit, wo wir unsere Familien gegründet haben und die Kinder kamen, da wurden die Kontakte zu Freunden aus Zeitgründen rarer. Irgendeiner hat dann zu mir gesagt, na da musst du zum Chor kommen, da triffst du deine Kumpels. Das habe ich beherzigt und seitdem bin ich im Chor." Gutmut Hänsel ist seit 16 Jahren an der Seite der Sangesfreudigen. "Ich habe mit dem Sport aufgehört und auch im Traditionsverein sind wir mit meiner Frau nicht mehr aktiv. Es fehlte einfach ein bisschen Kondition. Mir fehlte aber trotzdem die Gemeinschaft und deshalb habe ich mich für den Chor entschieden. Hier macht es viel Spaß", erklärte der 52-Jährige. Am Sonntag gab es ein beeindruckendes Programm und bei "Sierra madre", gesungen von allen Chören, Gänsehautfeeling.