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Schmogrow-Fehrow - Ein Dorf wird zur Enklave

Brückenbauarbeiten bei Fehrow.
Brückenbauarbeiten bei Fehrow. FOTO: Schmoger/sso1
Burg. Derzeit kämpfen nicht nur die Bewohner des Spreewalddorfes Schmogrow-Fehrow sondern auch die Verkehrsteilnehmer aus den umliegenden Orten und schließlich die vielen Touristen der Spreewaldregion mit erheblichen Verkehrseinschränkungen. Durch den Neubau der Spreebrücke bei Fehrow und die Erneuerung der Asphaltschicht in der Gemeinde Burg sehen sich die Verkehrsteilnehmer umfangreichen Vollsperrungen gegenüber. Der Burger Silvio Schmoger beschreibt das Verkehrswirrwarr so: sso1

Straßenbaumaßnahmen sind notwendig, die damit verbundenen Einschränkungen unumgänglich. Dennoch hoffen Anwohner und Pendler, dass Maßnahmen, die mit Vollsperrungen frequentierter Straßen einhergehen, umfassend geplant werden, um die Belastung so gering wie möglich zu halten.

Wer aus Schmogrow-Fehrow derzeit seinen Weg nach Cottbus sucht, gewinnt einen anderen Eindruck. Zum einen wird derzeit die Spreebrücke bei Fehrow erneuert. Dies zieht eine Vollsperrung der L 50 nach sich, die voraussichtlich bis zum Dezember 2015 andauern wird. Eine Behelfsbrücke ist ebenso wenig vorgesehen, wie eine räumlich begrenzte Umfahrung. Der öffentliche Personennahverkehr wird über die zugegeben enge Straße in Richtung Maiberg über Dissen und Striesow umgeleitet. Die Umleitung des Durchgangverkehrs erfolgt über Burg. Aber genau hier wird die Decke der Fahrbahn im Bereich Bahnhofstraße und Hauptstraße erneuert. Dies führt zur Vollsperrung der Hauptstraße/Byhleguhrer Straße bis voraussichtlich 13. Mai 2015. Der Verkehr wird nun vor Burg aus Richtung Cottbus auf die L 54 Richtung Vetschau umgeleitet, in Suschow erfolgt die Weiterleitung auf die L 541 Richtung Naundorf und über den Knotenpunkt erste Kolonie weiter auf die Ringchaussee und zurück auf die Landstraße vor dem Bismarckturm. Die Gegenrichtung kann analog befahren werden. Ein Ausweichen in Richtung Vetschau ist nicht möglich, auch hier ist die Ortsdurchfahrt gesperrt.

Schon für Einheimische ist diese Umleitungsregelung eine Herausforderung. Fahrzeiten und Arbeitswege verlängern sich erheblich. Auch der Schüler- und Busverkehr ist betroffen. So fahren Schulbusse früher ab, Haltestellen müssen verlegt werden oder sind zeitweilig geschlossen. Gefallen müssen sich die Verantwortlichen die Frage lassen, ob bei besserer Planung und Absprache eine Belastung durch zwei Vollsperrungen im Großraum Burg nicht zu vermeiden gewesen wäre. So hätten beide Baustellen nacheinander erfolgen können. Auch eine Behelfsbrücke über die Spree bei Fehrow wäre geeignet, die Belastung über den relativ langen Bauzeitraum gering zu halten. Erleichterung würde das nicht nur den Autofahrern bieten, auch und vor allem die Schüler bräuchten nicht so früh aufzustehen und den Schulweg früher antreten. Eine, wenn auch kleine Erleichterung bietet, indes die Freigabe der Umleitung in Richtung Maiberg und Dissen für den Autoverkehr. Diese zugegeben sehr enge Strecke war ursprünglich nur für den Bus- und Landwirtschaftsverkehr geplant. Für die schweren Fahrzeuge musste die Strecke zunächst ertüchtigt werden. Geld, das für eine Behelfsbrücke sicher nutzbringend angelegt wäre. Wenn beide Vollsperrungen aktiv sind, wird es eng auf den Umleitungsstrecken, so viel ist gewiss. Nicht zuletzt eine frühzeitige Information hätte einige Fragen und Spekulationen gar nicht erst aufkommen lassen. So konnte der Bürgermeister von Schmogrow-Fehrow, Joachim Emmrich, zur Woklapnica im Januar noch keine definitiven Aussagen zur Umleitungsstrecke, zum Baustart und der Dauer der Einschränkungen machen.

Zu hoffen bleibt, dass im günstigsten Fall die Arbeiten schnell vorangehen und die Einschränkungen schnell vergessen sind.