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| 18:02 Uhr

Engagement
Schmellwitzer will Garagen weiter auf Vordermann bringen

 Rudi Krüger aus Schmellwitz gehört mit zu den Aktiven, die den Garagenkomplex an der Schmellwitzer Querstraße wieder auf Vordermann gebracht haben. Doch er wünscht sich, dass noch mehr passiert.
Rudi Krüger aus Schmellwitz gehört mit zu den Aktiven, die den Garagenkomplex an der Schmellwitzer Querstraße wieder auf Vordermann gebracht haben. Doch er wünscht sich, dass noch mehr passiert. FOTO: Peggy Kompalla
Cottbus. Rudi Krüger plädiert für die Gründung eines Vereins. Die Verwaltung lehnt das ab und nimmt alle Standorte im Stadtgebiet in den Blick. Von Peggy Kompalla

Rudi Krüger lässt den Blick schweifen. Es ist schon eine Menge geschafft im Garagenkomplex an der Querstraße in Schmellwitz. Dort reihen sich 908 Garagen aneinander. Auf den ersten Blick herrscht Ordnung. Ein Zaun rund um das Objekt sorgt für Sicherheit. Aber der Schmellwitzer weiß nur zu gut, wie es hinter den Toren der Mehrzahl der Garagen aussieht. Schließlich stehen rund 500 seit Jahren ungenutzt. „Das sind reinste Müllhalden“, klagt Rudi Krüger. Nicht nur das: Auch die Bausubstanz lässt nach.

Deshalb plädiert Rudi Krüger für die Gründung eines gemeinnützigen Vereins. Der sollte sich nach seinem Dafürhalten um das Management des Objekts kümmern. Doch die Stadt Cottbus kann diesem Ansinnen als Eigentümerin des Grundstücks nicht folgen. Sie nimmt vielmehr alle Garagenstandorte in Cottbus in den Blick.

Rudi Krüger hat eine Gruppe von Gleichgesinnten um sich geschart. Gemeinsam haben sie Ordnung in den einst verlotterten Komplex gebracht. Sie konnten sich sogar einen kleinen Raum mit Unterstützung der Stadt herrichten, wo sie ihre Besprechungen abhalten. Nebenan steht das Arbeitsgerät.

 Einige Garagen sind vermüllt.
Einige Garagen sind vermüllt. FOTO: Peggy Kompalla
 Vermüllte Garagen ärgern den Schmellwitzer.
Vermüllte Garagen ärgern den Schmellwitzer. FOTO: Peggy Kompalla

An dem Tisch ist wohl auch die Idee mit dem Verein zum ersten Mal aufgekommen. „Es muss doch mal Ordnung in die ganze Angelegenheit kommen. Zu jeder Garage gehören ein Name und ein Eigentümer“, sagt der 72-Jährige. Ihn ärgern die zahllosen vermüllten Garagen. Sie sind quasi herrenlos. Die Eigentümerverhältnisse oft ungeklärt. Und noch dazu baufällig. „Hier muss endlich eine Lösung her, die einen rechtlichen Rahmen hat. Es ist eine Strategie nötig, was mit den Gebäuden und dem gesamten Komplex passiert.“

 Andere sind einsturzgefährdet.
Andere sind einsturzgefährdet. FOTO: Peggy Kompalla
 Einige Garagen sind einsturzgefährdet.
Einige Garagen sind einsturzgefährdet. FOTO: Peggy Kompalla

Die Stadt weiß um den Einsatz der Gruppe um Rudi Krüger. Stadtsprecher Jan Gloßmann betont: „Ihr Engagement wird hoch geschätzt.“ Das habe auch Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) bei einem Besuch vor Ort betont. Dort sei auch die Idee mit der Vereinsgründung umfassend erörtert worden. „Die Stadtverwaltung kann eine Vereinsgründung allerdings nicht empfehlen. Aus Gründen der Neutralität und Gleichbehandlung wäre eine direkte Beteiligung oder Mitglied­schaft auch nicht möglich.“

 Blick in eine vermüllte Garage im Garagenkomplex Schmellwitz. Das Tor schließt nicht mehr richtig.
Blick in eine vermüllte Garage im Garagenkomplex Schmellwitz. Das Tor schließt nicht mehr richtig. FOTO: Peggy Kompalla

Darüber hinaus gehöre die Bewirtschaftung von Garagen nicht zu den Pflichtaufgaben einer Kommune. „Entsprechend gering ist der finanzielle Spielraum“, ergänzt Stadtsprecher Gloßmann. Immerhin gibt es eine gute Nachricht aus dem Rathaus für die Garagenkomplex an der Querstraße: „Mit Stand Oktober 2018 konnte eine Bestandsgarantie für fünf Jahre gegeben werden, da für die Fläche bis dato keine bauliche Nachnutzung vorgesehen ist.“ Perspektivisch sei die Fläche allerdings für eine Aufforstung vorgesehen.

Die Ablehnung bremst Rudi Krügers Tatendrang nicht aus. „Wir haben schon eine ganze Menge Arbeit hier reingesteckt.“

Gleichzeitig verkündet er den Termin für den nächsten großen Arbeitseinsatz. Demnach ist am Samstag, 13. April, in Schmellwitz der Frühjahrsputz geplant. „Wir wollen dazu auch einen Container hierher bekommen. Damit wir aufräumen können“, sagt er und schiebt nach: „Diese Arbeit hat den Gemeinschaftscharakter unter den Garagennutzern wieder belebt.“ Damit hat er schon eine ganze Menge erreicht.

Die Stadtverwaltung macht sich unterdessen Gedanken, wie mit den Garagenstandorten im gesamten Cottbuser Stadtgebiet künftig umgegangen werden soll. Stadtsprecher Gloßmann sagt: „Wir gehen davon aus, dass wir bis zum Bürgerdialog zum Thema Ordnung und Sicherheit am 2. April zumindest einen Zwischenstand übermitteln können.“

 Rudi Krüger aus Schmellwitz gehört mit zu den Aktiven, die den Garagenkomplex an der Schmellwitzer Querstraße wieder auf Vordermann gebracht haben. Doch er wünscht sich, dass noch mehr passiert.
Rudi Krüger aus Schmellwitz gehört mit zu den Aktiven, die den Garagenkomplex an der Schmellwitzer Querstraße wieder auf Vordermann gebracht haben. Doch er wünscht sich, dass noch mehr passiert. FOTO: Peggy Kompalla