ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:34 Uhr

Schlosskirche wird erste Synagoge Brandenburgs

Äußerlich wird sich die Schlosskirche in der Spremberger Straße nur wenig verändern.
Äußerlich wird sich die Schlosskirche in der Spremberger Straße nur wenig verändern. FOTO: Helbig/mih1
Cottbus. Am Donnerstag ist in Cottbus der Vertrag zur Übertragung der Schlosskirche an den Landesverband der Jüdischen Gemeinden unterzeichnet worden. Noch in diesem Jahr wird Cottbus wieder eine Synagoge bekommen. Nicole Nocon und Andrea Hilscher

Jetzt ist es amtlich: Die Schlosskirche wird Synagoge. Am kommenden Sonntag, 18 Uhr, findet der letzte christliche Gottesdienst in dem Gotteshaus statt, danach beginnt die Umgestaltung zur Synagoge. Nach Aussage von Vertretern der Jüdischen Gemeinde ein historisches Ereignis. Für Ud Joffe vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden geht von der neuen Synagoge in Cottbus ein positives Signal aus. "Ich finde es toll, dass die zweitgrößte jüdische Gemeinde des Landes Brandenburg wieder eine Synagoge bekommt. Die Stadt zeigt damit: Ja, wir wollen in Cottbus nachhaltiges jüdisches Leben haben. Damit bekommt die Gemeinde eine längerfristige Perspektive", sagt der Potsdamer. Auch wenn es kritische Stimmen in der Stadt gibt, überwiegt nach seiner Einschätzung die positive Einstellung vieler Cottbuser gegenüber der neuen Synagoge. "Ich bin in Cottbus vor allem auf Menschen gestoßen, die das Projekt freudig begrüßen und sehr offen sind. Ich persönlich habe in der Stadt eine große Akzeptanz gespürt", sagt Joffe.

Die jüdische Gemeinde in Potsdam schaue fast ein wenig neidisch nach Cottbus: "In Potsdam träumen wir von einem solchen Gebäude. Die Schlosskirche ist mit ihrer Ausrichtung nach Osten und der Empore perfekt gebaut, um als Synagoge genutzt zu werden. Sie ist eigentlich gebrauchsfertig", sagt Ud Joffe. Am Gebäude der Schlosskirche müsse nichts verändert werden. "Es werden nur die Kreuze und Glocken abgenommen. Und eventuell wird der Altarbereich ein wenig umgestaltet", kündigt Joffe an. Die Kanzel wird im Oktober abgebaut. Joffe rechnet damit, dass am 9. November der erste jüdische Gottesdienst hier gefeiert werden kann.

Bürgermeister Holger Kelch (CDU) freut sich auf die Synagoge: "In unserer Stadt leben über 400 jüdische Mitbürger. Die Synagoge im Stadtzentrum ist auch ein Zeichen nach außen, dass sie in Cottbus willkommen sind."

Das Gebäude wird weiterhin zugänglich sein. So wird der diesjährige Musikherbst dort eröffnet. Die Jüdische Gemeinde freut sich besonders auf Besuche junger Menschen im Rahmen zeitgeschichtlicher Diskussionsveranstaltungen.