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Schlichower Höhe soll ein Höhepunkt werden

Die Steinhaufen auf der Schlichower Höhe sind ein natürlicher Klettergarten, aber auch das Zuhause streng geschützter Zauneidechsen. Im Herbst 2015 wurden 20 Tiere von Skadow nach Schlichow umgesiedelt.
Die Steinhaufen auf der Schlichower Höhe sind ein natürlicher Klettergarten, aber auch das Zuhause streng geschützter Zauneidechsen. Im Herbst 2015 wurden 20 Tiere von Skadow nach Schlichow umgesiedelt. FOTO: Christine Sidon
Schlichow. Die Schlichower Höhe fristet derzeit einen Dornröschenschlaf. Das wollen die Schlichower ändern und damit eine Attraktion für ihren Ort und den Ostsee schaffen. Peggy Kompalla

Außer den Dorfbewohnern selbst weiß kaum jemand von der Schlichower Höhe. Dabei liegt das Areal unmittelbar am künftigen Ostsee. Es ist ein Stück Natur, das mehr Beachtung verdient. Der Bürgerverein will die Schlichower Höhe wiederbeleben und bekommt dabei Rückendeckung von Naturschützern und -planern sowie der Stadt und dem Land.

Christine Sidon ist sowohl im Bürgerverein als auch im Förderverein Cottbuser Ostsee aktiv. In dieser Doppelfunktion koordiniert sie die Wiederbelebung des Naturareals. "Die Schlichower Höhe soll ein kleiner Leuchtturm am Ufer des Ostsees werden, der Natur und Erlebnis vereint", sagt sie. Der Ort sei durch den zweiten Seegang des Ostseefördervereins im Mai in den Fokus gerückt. "Als die Stadt die Schutzhütte repariert hat, war das die Initialzündung."

Die Anfangsidee war noch recht einfach. "Wir wollten eigentlich nur die Eidechsen-Habitate erklären und dafür zwei Tafeln anbringen", erzählt die Schlichowerin. Denn seit dem Jahr 2015 ist die Höhe die neue Heimat streng geschützter Zauneidechsen, die von Skadow umgesiedelt wurden. Für die Tiere wurden Stein- und Totholzhaufen angelegt.

Längst ist das Projekt gewachsen. Der Rundweg soll wiederbelebt und von Schautafeln über den Tagebau und die verschwundenen Orte flankiert werden. "Vielleicht können auch Sportgeräte aufgestellt werden", sinniert Christine Sidon. "Es soll ein Ort werden, an den man immer wieder zurückkehren kann - ohne dass es langweilig wird." Einzelne Fördergeldzusagen vom Land liegen bereits vor.

Auf der Höhe selbst sei genug Platz für Mensch und die wertvolle Natur. Sieglinde Sack vom Naturschutzbund Nabu habe bei einer Inspektion festgestellt, dass sich in dem Areal mehr als 120 Pflanzenarten angesiedelt haben.

Unterdessen hat es auch ein Treffen mit dem Nabu, dem Landschaftsgestalter Hagen Engelmann und der Stadt gegeben. Das Ergebnis: "Den überwuchernden Pflanzen muss Einhalt geboten werden", erzählt Christine Sidon. "Wie und wer das machen kann, ist zwar noch ungewiss. Fakt ist aber, dass der Zeitpunkt, ein ganzes Konzept zu erstellen, um eine Grundlage zu haben, jetzt genau richtig ist." Das lassen sich die Schlichower nicht mehr aus der Hand nehmen.

Zum Thema:
Bei der Schlichower Höhe handelt es sich um eine renaturierte Mülldeponie, die im Jahr 2004 freigegeben wurde. Die Umweltschule Dissenchen erhielt im Jahr 2007 den Umweltpreis für die Gestaltung der Fläche. Die Schüler werden in die Gestaltung der neuen Tafeln auf dem Areal einbezogen, die über Pflanzen- und Tierarten informieren sollen, aber auch über die Orte, die an den Tagebau Cottbus-Nord verloren gingen. Nisthilfen und ein Insektenhotel sind geplant.Der Schlichower Bürgerverein arbeitet darüber hinaus an einem Wegleitsystem für den Ort, der künftig direkt am Ostsee liegen wird. Der Schlichower Bernd Brandenburg hat einen ersten Wegweiser gebaut und an der Hauptkreuzung im Dorf aufgestellt. Christine Sidon vom Bürgerverein erklärt: "Das müssen wir natürlich fortsetzen - unter anderem die Schlichower Höhe ausschildern."Darüber hinaus wollen die Schlichower ab dem kommenden Jahr monatliche Seegänge - also informative Spaziergänge rund um den Ostsee - anbieten.Der nächste Seegang startet am Sonntag, 15. Oktober, um 10 Uhr am Willmersdorfer Hof.