ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:54 Uhr

Cottbuser Dörfer
Ein Dorf, ein Boot, ein Damm

Bester Blick auf den künftigen See bei Holger Kelchs (2.v.r.) Besuch in Schlichow.
Bester Blick auf den künftigen See bei Holger Kelchs (2.v.r.) Besuch in Schlichow. FOTO: Daniel Schauff / LR
Cottbus. OB Kelch kommt zum Ortsteilrundgang an den Ostsee und besucht Schlichow. Von Daniel Schauff

Schlichow hat’s gut. Kaum ein Teil von Cottbus ragt näher an den künftigen Ostsee. Die Straßen im Dorf säumen hübsche Häuschen, teils uralte Bausubstanz. Der Gutshof, noch mit großem Loch im Dach und überwucherter Außenmauer, hat einen Investor gefunden, sagt Ortsvorsteher Roland Hoffmann. Lückenschluss in der Dorfstraße, die Einflugschneise zum See.

Die braucht einen Radweg, sagt Hoffmann. Über lange Sicht auch eine Sanierung. Der Wunsch: So aussehen wie jetzt, mit Kopfstein gepflastert, soll der neue Weg, soll aber nicht mehr so viel Lärm erzeugen, wenn die Lkw, die Busse darüber hinweg fahren. Einige der Fahrer hielten sich auch nicht an die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer, sagt Hoffmann, während er mit Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) in Richtung Ex-Tagebau wandert. Manuel Helbig, Servicebereichsleiter bei der Unteren Straßenverkehrsbehörde, hatte Hoffmann da schon Abhilfe zugesagt. Das Tempo-30-Schild am Ortseingang soll ein paar Meter weiter vorne aufgestellt werden, zusätzlich werde die Stadt dafür sorgen, dass auf die Tempo-30-Vorschrift auch per Straßenmarkierung hingewiesen werde.

Ein Erfolg, den der Ortsteilrundgang des Oberbürgermeisters gebracht hat. Weniger rosig allerdings die Aussichten für die Löcherpisten in Dissenchen. Schul- und Hauptstraße seien in einem miserablen Zustand, sagt Hoffmann, zeigt Bilder, auf denen das Regenwasser Zentimeter hoch in den Fahrrinnen steht. Für eine Sanierung, sagt der OB, habe die Stadt kein Geld, Fördermittel für Dorfstraßen ohne überörtliche Funktion zu bekommen, sei kaum möglich. Die Chance: Das Ostseeareal soll insgesamt gefördert werden, sagt Kelch, einschließlich der Orte, die auf dem Weg dorthin liegen. Die Verwaltung versuche, den richtigen Fördertopf zu erwischen.

Stolz berichtet Hoffmann von der Schlichower Höhe, einst eine Mülldeponie, heute eine grüne Fläche, Heimat streng geschützter Zauneidechsen, Sport und Natur sollen künftig auf der außerhalb vom Ort nahezu unbekannten Höhe die Hauptrollen spielen. Dafür soll rings um die Höhe ein neuer Weg geschaffen werden. Hoffmann wünscht sich die Zusage von der Stadt, sich um die Grünpflege künftig zu kümmern. Eine feste Zusage gibt es dafür am Freitagnachmittag zwar noch nicht, immerhin aber die Aussicht, dass sich das zuständige Amt mit der Idee befassen werde, wie Alice Kunze, Leiterin des Fachbereichs Grün- und Verkehrsflächen, sagt.

Sie will sich auch damit beschäftigen, ob ein geplantes großes Holzschiff künftig am Ortseingang stehen und den Besuchern den Weg zum Ostsee weisen darf. Ein Modell steht bereits im Bürgerhaus, das Hoffmann gerne zeigt.

Der Rundgang durch Schlichow endet auf dem Damm, die Blicke der Teilnehmer, der Verwaltungsvertreter und des OB schweifen über das riesige Areal, das künftig Touristen in die Lausitzmetropole locken soll. Ein wenig Wasser füllt bereits den Ostsee, der Blick in die Weite lässt erahnen, welche Ausmaße er haben wird. Die meisten Schlichower, sagt Hoffmann, wollten den Damm erhalten, ihn öffnen, zum wahrhaften Tor zum See machen. Nur wenige wären gegen den Damm, der ihnen den Blick auf den See erlaube. Über die Zukunft des Damms kann der Stadtchef noch wenig Auskunft geben, scherzt aber: „Schlichow ist da, wo der Damm ist. Ist der Damm weg, findet man ja Schlichow nicht mehr.“