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Schleudersitz aus dem Haff im Flugplatzmuseum

Museumsvereinschef Enrico Peiler (l.) und Thomas Rüffer vor den Resten des Schleudersitzes im Restaurierungsbereich.
Museumsvereinschef Enrico Peiler (l.) und Thomas Rüffer vor den Resten des Schleudersitzes im Restaurierungsbereich. FOTO: rur1
Cottbus. Die 38 Jahre im Ueckermünder Haff haben dem jüngsten Exponat des Cottbuser Flugplatzmuseums zugesetzt. Vom Schleudersitz der MiG 15 UTI blieb nur das Metallgerüst übrig. rur1

Es erinnert an ein Ereignis, auf das der frühere NVA-Pilot Thomas Rüffer gern verzichtet hätte.

Drewitzer Jagdbomber waren 1976 zeitweise auf Usedom stationiert. Thomas Rüffer stieg im Mai mit einer gerade in Bulgarien überholten Maschine und einem zweiten Piloten zu einem Wetterflug auf. Durch einen Triebwerksfehler stürzte die MiG ins Haff. Die Piloten stiegen per Schleudersitz aus. "Es war wie bei den jährlichen Übungen. Situation erfassen, zum Ausstieg entscheiden, Auslösehebel ziehen", erinnert sich der 70-jährige Cottbuser. Bis auf blaue Flecke schien er unverletzt zu sein. Später an der Militärakademie traten heftige Schmerzen auf. Bis dahin war Rüffer nur leichte Übungen geflogen. Untersuchungen zeigten einen angebrochenen Halswirbel. "Bei anstrengenden Manövern wäre ich bewusstlos geworden, keiner hätte die Absturzursache gefunden", sagt der Ex-Pilot. Nach der Genesung bestieg er wieder einen Düsenjet. "Beim ersten Flug in der zweisitzigen Schulmaschine nach dem Absturz kamen die Erinnerungen zurück. Als das Triebwerk auf Volllast geschaltet wurde, habe ich genau hingehört, ob etwas auf eine Störung hindeutet." Das ging vorbei. Die Erlebnisse hat Rüffer in den Büchern "Flugbuch" und "Das Luftloch" verarbeitet.

Die MiG wurde 1976 geborgen, den Schleudersitz fanden Fischer im Vorjahr. Der Schleude rsitzraum des Museums zeigt künftig neben einem unbenutzten Stück das Teil aus der MiG 15.