"Unsere Fraktion wird einstimmig für die Aufhebung des Bebauungsplanes votieren." Für Linke-Chef André Kaun steht die Entscheidung zum Thema Blechen-Carré-Anbau fest. Der Investor habe erneut keine Finanzierung vorgelegt. Das sei aber eine der Hauptbedingungen gewesen. "Es gab in der Vergangenheit einige Entscheidungen, wo uns das Messer auf die Brust gesetzt worden ist - das Ergebnis waren Millionengräber", ergänzt Kaun. Ein solches wolle man sich im Stadtzentrum nicht leisten. "Mit dieser Entscheidung wird man dann aber wohl ein paar Jahre damit leben müssen, dass sich auf dem Gelände nichts tut", ergänzt er.

Erst am Montag kommt die SPD zur Fraktionssitzung zusammen. Für Fraktionschef Werner Schaaf ist allerdings die Entscheidung klar. "Wir haben den Aufhebungsbeschluss beantragt und werden daran festhalten", erklärte er.

Das gestörte Vertrauensverhältnis zum aktuellen Eigentümer macht Hans-Joachim Weißflog (Bündnis 90/Die Grüne) als ein Hauptproblem aus. Höchste Priorität habe für die Fraktion, dass genügend Kaufkraft für die Altstadt-Händler übrig bleibe. Deshalb werde ein Anbau abgelehnt.

"Der neue Investor kommt leider ein bis zwei Jahre zu spät", sagt CDU-Fraktionschef Hagen Strese. Er habe zwar einen seriösen Eindruck hinterlassen, trotzdem nicht die verlangte Finanzierungsvereinbarung präsentiert. Deshalb werde seine Fraktion der Aufhebung des Bebauungsplanes zustimmen. Und wie geht es mit der Fläche in der Stadtpromenade weiter? "Dort ist dann alles offen für ein neues Projekt, es spricht ja nichts dagegen, dass ein Investor mit anderen Plänen Erfolg hat", ergänzt Strese.

Torsten Kaps (AUB/SUB) plädiert hingegen dafür, dem Investor mehr Zeit einzuräumen. "Eine solche Möglichkeit kommt nicht wieder", betont er. Wenn der zweite Bauabschnitt dazu beitrage, die Innenstadt zu stärken und noch mehr Leute von Außen nach Cottbus zu ziehen, dann solle man diesen auch umsetzen, so Kaps. Die Entscheidung habe eine zu große Tragweite. Deshalb plädiert er dafür, den Antrag auf Dezember zu verschieben. Eine Ablehnung des Anbaus würde dazu führen, dass das Gebiet lange Zeit eine Brache bleibt. "Ich brauche in einer solchen exponierten Lage keine grüne Wiese, dafür habe ich den Puschkinpark", ergänzt Kaps. Er werde sich jedenfalls in der Stadtverordnetenversammlung dafür starkmachen, dass der Bauplan nicht aufgehoben wird.

Die Alternative für Deutschland (AfD) wünscht sich ebenfalls eine Verschiebung. "Unseren neuen Stadtverordneten muss man die Chance geben, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen", sagt Fraktionschefin Marianne Spring. "Außerdem fehlt uns eine klare Aussage, was mit der Brache passiert", ergänzt sie. Das Grundstück gehöre nicht der Stadt. Im schlimmsten Fall werde es zu einem Spekulationsobjekt und damit der aktuelle Zustand manifestiert.

Zum Thema:
Der Bau- und Wirtschaftsausschuss tagt am kommenden Montag, 22. September, um 16 Uhr im Stadthaus öffentlich zu diesem Thema. Die Entscheidung des Gremiums gilt als wegweisend für die Stadtverordnetenversammlung am 24. September.