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Weihnachten
„Es ist halt ein Klassiker“

Die Mitarbeiter vom Schaustellerbetrieb Domke bringen die sogenannten „Zacken“ an die 36 Arme des Riesenrads an, an denen später die Gondeln hängen.
Die Mitarbeiter vom Schaustellerbetrieb Domke bringen die sogenannten „Zacken“ an die 36 Arme des Riesenrads an, an denen später die Gondeln hängen. FOTO: Stephan Meyer / LR
Cottbus. Seit knapp zehn Jahren in folge ist Frank Domke mit seinem Riesenrad Mon Amour zu Gast auf dem Cottbuser Weihnachtsmarkt. Von Stephan Meyer

Dänemark, Litauen, Polen – das Riesenrad Mon Amour von Schausteller Frank Domke stand schon auf vielen europäischen Jahrmärkten und Festen. Etwa zehn Jahren in Folge ist es auf dem Cottbuser Weihnachtsmarkt zu Gast. Bei leichtem, aber andauernden Regen läuft der Aufbau des Weihnachtsmarktes seit Montag auf Hochtouren. Trockenes Wetter wäre auch für den Aufbau des Riesenrads besser, erzählt Domke.

Während die Handwerker, die die Buden und Stände aufbauen, einen hektischen Eindruck machen, strahlt der Berliner Schausteller eine unglaubliche Ruhe aus. Vielleicht, weil das Skelett von Mon Amour bereits steht. „Effektiv dauert die Errichtung des Transportriesenrades zwei Tage“, sagt Domke, der ein Freund kurzer Worte ist. Vier Lkw benötigt er, um alle Teile der Jahrmarktsattraktion nach Cottbus zu bringen. Mittels Kran, Winden und Hydraulikhebern wurden am Montag die Streben in das Rad gehievt und anschließend montiert. Am Dienstag kommt mit den Gondeln Fleisch an die Knochen des Riesenrads. Mit Hilfe von sechs Mitarbeitern geht am Dienstag gegen zehn Uhr der Aufbau weiter.

Der 63-jährige Mann mit Brille und Schnauzbart sitzt in der Kabine von Mon Amour und steuert das motorbetriebene Rad, das er für einen kurzen Moment in Bewegung bringt. Seine Mitarbeiter bringen daraufhin sogenannte Zacken an einen Arm des Rades an. So zieht sich das fort, bis alle 32 Arme „bezackt“ sind. An ihnen hängen später die Gondeln. „Ab morgen wird das Rad dann winterfest und etwas schick gemacht“, erläutert Domke die Arbeit der nächsten Tage. Anschließend wird Mon Amour von der Baubehörde abgenommen.

Am 23. Dezember muss wieder abgebaut werden. Das dauert dann jedoch nur ein Tag. „Auseinander ruppen geht immer schneller“, so Domke.

Und mit etwas Glück sind seine Mitarbeiter und er pünktlich zum Fest bei ihren Familien. Reizvoll sei das Riesenrad für Jahrmarkt- und Weihnachtsmarktbesucher nach wie vor, weiß Domke, der die Konkurrenz zu moderneren Fahrgeschäften nicht zu fürchten scheint. „Es ist halt ein Klassiker.“ Vor allem Familien mit Kindern treibe es immer wieder in die Gondeln der Mon Amour.

Am Nachmittag nimmt die Attraktion immer mehr Gestalt an. Mit Hilfe eines Krans werden die Gondeln zum Riesenrad gehoben.
Am Nachmittag nimmt die Attraktion immer mehr Gestalt an. Mit Hilfe eines Krans werden die Gondeln zum Riesenrad gehoben. FOTO: Stephan Meyer / LR
Nach der Montage der Gondeln ist „Mon Amour“ nahezu komplett. Im Verlauf der Woche wird das Riesenrad baubehördlich abgenommen.
Nach der Montage der Gondeln ist „Mon Amour“ nahezu komplett. Im Verlauf der Woche wird das Riesenrad baubehördlich abgenommen. FOTO: Stephan Meyer / LR