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Schaufenster für die wahren Künstler

Sven Krüger hängt Mona Hökes Preisträgerbild auf, im Hintergrund Arbeiten von Hans Scheuerecker.
Sven Krüger hängt Mona Hökes Preisträgerbild auf, im Hintergrund Arbeiten von Hans Scheuerecker. FOTO: Elsner
Cottbus. In der Spremberger Straße 1 tut sich was, was Kunstfreunde aus Cottbus und der Region freuen dürfte. Der Buchhändler und Kunstsammler Sven Krüger richtet seine Galerie ein. "Galerie fünf" soll sie heißen und ein Schaufenster für die wahren Künstler von hier werden. Ulrike Elsner

Genau eine Woche trennt Sven Krüger von der Eröffnung der Galerie, die er als "das Projekt, das ich unbedingt umsetzen wollte" bezeichnet. Am Nachmittag des 2. Mai, des Tages des offenen Ateliers, will der 52-Jährige die ersten Gäste empfangen. Und zwar an einem traditionsreichen Ort, genau zwischen dem alten Domizil der Brandenburgischen Kunstsammlungen und der für Qualität geschätzten ehemaligen Galerie von Eva Blobel.

Schon jetzt scheint alles bereit dafür. Passanten, die aus dem Augenwinkel einen eiligen Blick erhaschen oder sich schon mal die Nasen an der Schaufensterscheibe platt drücken, stoßen erst einmal auf die wunderbaren Köpfe und schwebenden Engelsfiguren von Solveig Bolduan sowie auf die kraftvollen fiktiven Köpfe von Hans Scheuerecker. Außerdem sind da noch Bilder von Günther Rechn und Mona Höke sowie Fotos von Walter Schönenbröcher.

Scheuerecker sei sein "allerbester Kunstfreund", sagt Krüger. Was er an ihm schätzt, sind vor allem "sein schneller Geist, seine Aufgeräumtheit im Denken und seine Kompromisslosigkeit". Demnächst, wenn die Scheuerecker-Ausstellung in der Potsdamer Galerie Sperl zu Ende geht, sollen auch zahlreiche Großbilder der Serie "Nur Abschiede und andere Lügen (nach Martin Walser)" in der neuen Galerie in der Sprem zu sehen und zu erwerben sein. Dann wird zumindest ein Teil der Arbeiten, die der Maler für die vor zwei Jahren im Kunstmuseum dkw geplante und aus noch immer unklaren Gründen abgesagte große Scheuerecker-Ausstellung geschaffen hat, in Cottbus gezeigt.

Günther Rechn sei für ihn ein großer Geschichtsplauderer, sagt Sven Krüger. Was er auf kleinen Leinwänden schaffe, fasziniere. Im Werk von Mona Höke, im Jahr 2014 Brandenburgische Kunstpreisträgerin, vermischen sich häufig große Pinselschwünge mit kleinen Schriftzeichen. In der neuen Galerie ist die Malerin unter anderem mit ihrem Preisträgerbild vertreten.

Walter Schönenbröcher ist vor allem durch seine Schwarz-Weiß-Fotografien aus Krisengebieten bekannt geworden. In der "Galerie fünf" ist er mit Bildern der Serie "Green Wall" vertreten, in der er Passanten vor einer grünen Wand in London Soho abbildet und auf diese Weise dem Pulsschlag der Weltstadt auf die Spur kommt.

Trotz des Namens "Galerie fünf" ist noch ein sechster Künstler in der Eröffnungsausstellung vertreten. Der junge Fotograf Alexander Janetzko habe spontan seine Bereitschaft bekundet, dabei zu sein, berichtet Sven Krüger.

Auch den Bildhauer Chris Hinze würde er gern vertreten, sagt Sven Krüger, und den Maler Dieter Zimmermann. Außerdem ist ein häufiger Ausstellungswechsel geplant, durch den mal der eine, mal der andere Künstler, mal alle gemeinsam im Fokus stehen.

Zum Thema:
Eröffnung am 2. Mai, nachmittags, in der Spremberger Straße 1. Danach ist die Galerie mittwochs, donnerstags und freitags, jeweils von 12 bis 18 Uhr, sowie samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.