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Schatzsucher zeigen ihre schönsten Minerale

Schätze können in der neuen Sonderausstellung von allen Seiten bestaunt werden.
Schätze können in der neuen Sonderausstellung von allen Seiten bestaunt werden. FOTO: Igel-Allzeit
Cottbus. Warum Sammeln glücklich macht und fasziniert, zeigt die neue Sonderausstellung im Cottbuser Stadtmuseum. Die Fachgruppe Geologie/Mineralogie legte zum 40. Geburtstag ihre Schätze in die Vitrinen. Auch die TU Bergakademie Freiberg würdigte das zur Eröffnung. Annett Igel-Allzeit

Bergkristalle, Rauchquarz, ein Achat. An die wild betupfte Palette eines Malers erinnert der Raseneisenstein mit Vivianit. Im Braunkohletagebau Cottbus-Nord wurde der farbenfrohe Stein gefunden. Aus Indien dagegen stammt der romantisch-blau leuchtende Cavansit auf Stibilit. Und die Natur hat dem grünen Malachit in Sambia herrliche Strukturen gegeben. Vor den Vitrinen bilden sich Menschentrauben. Die Sammler sind unter ihnen, erzählen Anekdoten. Den 73-jährige Wolfgang Schossig packte die Leidenschaft für Minerale als Grundschüler. "Aus einem Stück Kohle kullerte eine Markasit-Kugel", erinnert er sich. Dieter Schwarz, promovierter Zahnarzt, genießt, wie die Leute die Farbenpracht bestaunen. Am wertvollsten ist ihm aber ein gelbbrauner Zirkon aus Australien. "In diesem Gebiet hätte ich gar nicht graben dürfen."

Kristian Schmidt macht An dreas Massanek von der TU Bergakademie Freiberg, Geschäftsführer der Geowissenschaftlichen Sammlungen und Kustos der Mineralogischen Sammlungen, auf besondere Exponate aufmerksam. Massanek hat zur Eröffnung der Sonderausstellung über die Bedeutung der Sammler für die Wissenschaft und für die Museen zu referiert, Emilia Jensch einfühlsam für Musik gesorgt und Steffen Krestin, Leiter der Städtischen Sammlungen, daran erinnert, wie lange es schon Sammler in Cottbus gibt.

In der Ausstellung ist Krestin stolz auf eine Vitrine, die zeigt, wie aus Quarzsand am Strand über monokristallines Silizium Mikrochips hergestellt werden. Iris Zachow hat mit ihren Eltern Ursula und Rolf Striegler Schätze aus der Sammlung von Kurt Elze zusammengetragen. Neben Steinen aus Colorado, Kalifornien, Chile, China, Tasmanien, dem Erzgebirge und dem Thüringer Wald steht einer der alten Kästen, in denen Elze seine Steine aufbewahrte. Um ihn hatte sich vor 40 Jahren am 13. November 1976 die Cottbuser Fachgruppe Geologie/Mineralogie gegründet. Das Geologen-Paar Striegler war dabei und hat in mehr als 30 Jahren die Grundlage für die umfangreiche geologische Sammlung in Cottbus gelegt. Auch wenn die Fachgruppe, in der Rolf und Ursula Striegler heute ehrenamtlich mitarbeiten, nun in der Sonderausstellung gewürdigt wird, bedauern beide, dass Cottbus kein Haus für all diese Schätze hat. "Auch wir müssen uns überlegen, wohin wir unsere Sammlung geben", sagt Rolf Striegler. Freiberg dagegen ist steinreich mit drei mineralogischen Ausstellungen: im Werner-Bau, im Schloss Freudenstein und im Krüger-Haus.

Die Sonderausstellung "Faszination Sammeln" ist bis zum 26. Februar im Cottbuser Stadtmuseum zu sehen - dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 13 bis 17 Uhr. Zugleich ist im Regia-Verlag in der Schriftenreihe "Das Fenster" der Ausstellungskatalog "Minerale und Fossilien" erschienen.