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| 18:02 Uhr

Saspower packen selber an

Schuldirektor Jürgen Wagner inspiziert gemeinsam mit Unternehmern und Mitarbeitern des Rathauses den provisorischen Parkplatz, der zu einer Durchfahrt erweitert werden soll. Die Arbeit wollen ansässige Firmen übernehmen.
Schuldirektor Jürgen Wagner inspiziert gemeinsam mit Unternehmern und Mitarbeitern des Rathauses den provisorischen Parkplatz, der zu einer Durchfahrt erweitert werden soll. Die Arbeit wollen ansässige Firmen übernehmen. FOTO: pk
Cottbus. Eine Erweiterung des Parkplatzes am Humboldt-Gymnasium soll die morgendlichen Slalomfahrten an der Dorfeinfahrt beenden. Unternehmer stehen bereit. Eine Lösung ist gefunden. Aber die Verwaltung muss noch darüber befinden. Peggy Kompalla

Auf dem Schmellwitzer Weg spielt sich jeden Morgen in der Schulzeit dasselbe ab: Eltern bringen ihre Kinder zum Humboldt-Gymnasium, parken trotz Halteverbot direkt vor der Schule. Aus der entgegengesetzten Richtung machen sich gleichzeitig die Saspower auf den Weg zur Arbeit. Das bedeutet für alle Beteiligten allmorgendlich nervenaufreibende Slalomfahrten. Das wollen benachbarte Unternehmer endlich beenden, weil sie nicht mit Abhilfe vonseiten der Stadt rechnen.

Dafür ergreifen sie die Initiative. Ganz vorn dabei ist der Saspower Landwirt und CDU-Stadtverordnete Hans Pschuskel. Dürfte er, würde er noch in dieser Woche den Parkplatz am Gymnasium so erweitern, dass eine Durchfahrt entsteht, die unnötiges Rangieren und Parken auf der Straße unnötig macht. Doch so schnell geht es dann doch nicht. Zumal Schuldirektor Jürgen Wagner eine große Lösung am liebsten wäre. Dabei hat er nicht nur das Parken im Blick.

Zumindest der Anfang ist gemacht: Dienstagnachmittag stehen alle Beteiligten vor Ort: Unternehmer, Schulleiter und Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Sie inspizieren den provisorischen Parkplatz. Den haben Unternehmer in Eigeninitiative mit Schotter so hergerichtet, dass die Nutzer bei Regen nicht im knöcheltiefen Schlamm stehen.

Der Direktor ist froh darüber. Trotzdem hätte er gern mehr als eine Erweiterung des Provisoriums. "Eine Einzellösung ist nur eine halbgare Sache. Diese Fläche muss gestaltet werden", betont er und lässt den Arm über die verwilderte Ecke schweifen. Auf der Fläche sollte einst eine Turnhalle errichtet werden. Das Fundament kam zwar noch in den Boden. Doch die Baupläne wurden in den frühen 90er-Jahren begraben noch, bevor die Mauern hochgezogen waren. Später entstand auf der Fläche ein Volleyballplatz. Der ist kaum noch auszumachen zwischen all dem Gestrüpp und Wildwuchs. Das Grundstück gehört der Stadt. Das bestätigt Hans Limberg vom Immobilienamt.

Gottfried Schierack zeigt sich ganz unsentimental: "Das große Geld für die große Lösung ist nicht da. Wir müssen etwas Verträgliches schaffen, das den Bürgern hilft." Als CDU-Stadtverordneter und früherer Bürgervereinschef von Schmellwitz hat er mit der klammen Stadtkasse seine leidliche Erfahrung gemacht.

Deshalb drängelt Hans Pschuskel. "Wir wollen das ja in Eigenleistung übernehmen." Er führt die Gruppe auf die Fläche. Lässt seinen Arm kreisen. "Wir machen hier ein U", erklärt er. Die Einfahrt wird weitergeführt rund um eine Baumgruppe und zurück auf den Schmellwitzer Weg. "Da braucht keiner rückwärts fahren." Er versichert, das sei schnell und unkompliziert zu machen. Die Unternehmer würden sich darum kümmern. Gegen so viel Enthusiasmus kann sich auch der Schuldirektor nicht wehren. Zumal im Schulzaun beim jüngsten Grünschnitt ein Tor direkt am Parkplatz freigelegt wurde.

Hans Limberg verfolgt aufmerksam die Diskussion. Bemerkt bei den Beteiligten Einigkeit. Mit Versprechen ist er allerdings vorsichtig. "Ich nehme das mit und werde mich dazu mit den anderen Fachbereichen verständigen." Schließlich müssten wild gewachsene Bäume gefällt und eine Auffahrt hergerichtet werden. Bauunternehmer Jörg Schnapke sagt: "Als Zwischenlösung ist das in Ordnung." Er sitzt ebenfalls für die CDU im Stadtparlament und ergänzt: "Das sollte im Rathaus so schnell wie möglich geprüft werden. Damit das noch vor dem neuen Schuljahr fertig ist."

Noch anderthalb Wochen, dann beginnen die Sommerferien. Dann haben die Saspower sechs Wochen freie Fahrt ohne Slalom auf ihrer Dorfeinfahrt. Im September beginnt das neue Schuljahr. Vielleicht hat sich bis dahin der Parkplatz in eine Durchfahrt verwandelt.