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| 19:49 Uhr

Musik, die Spaß macht
Dixieland im Blut

 Horst Kaschube (2.v.r.) mit seinen Mitstreitern: Rolf Arnold, Ingo Buchholz, Andreas Behringer, Holger Handke und Frank Grunewald (v.l.n.r.)  
Horst Kaschube (2.v.r.) mit seinen Mitstreitern: Rolf Arnold, Ingo Buchholz, Andreas Behringer, Holger Handke und Frank Grunewald (v.l.n.r.)   FOTO: Privat
Cottbus. Saspower Dixieland Stompers feiern 35-jähriges Bestehen und 25. Auflage ihres Dixielandfestes. Von Silke Halpick

Wenn Horst Kaschube von Dixieland redet, leuchten seine ohnehin schon strahlend blauen Augen noch ein bisschen heller. Der 79-Jährige liebt die freie Improvisation und den unvergleichlichen Rhythmus. Wenn er auf der Bühne seine Klarinette spielt, gehe es ihm immer bestens, erzählt er schmunzelnd. Kaschube gehört zu den Mitbegründern der „Saspower Dixieland Stompers“, die jetzt ihr 35. Bandjubiläum begehen. Das wird gefeiert: mit einem Dixielandfest in Cottbus Ende August.

Kaschube stammt aus einer musikalischen Familie. „Mein Vater war Wandermusiker und viel mit seiner Geige unterwegs“, erzählt er. Und in der Familie seiner Mutter seien Kapellmeister und Dirigenten zu finden gewesen. „Ein bisschen liegt mir die Musik wohl doch im Blut“, vermutet er.

Mit dem von seinem Vater favorisierten Instrument, dem Klavier, konnte er sich allerdings überhaupt nicht anfreunden. „Ich hatte kein Interesse dran“, sagt er. Erst mit 14 Jahren kam das Aha-Erlebnis. Es spielte die Kapelle von Herbert Kadler, einem seinerzeit sehr bekannten Musiker, und Kaschube war begeistert. Er nahm Klarinetten-Unterricht, spielte in der Schulband und anderen Combos und wurde schließlich bei einem seiner Auftritte in der Kaisers-Gaststätte in Schmellwitz tatsächlich von Herbert Kadler als Talent entdeckt.

Dixieland spielte da in seinem Leben noch keine Rolle. Das Interesse für Swing wurde an der Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin geweckt. Doch so richtig sprang der Funke erst bei einer Probe des TKC-Blasorchesters über, als einer der Musiker die Titelmelodie von der Olsenbande spielte. Die wurde später auch die Erkennungsmelodie der Saspower Dixieland Stompers. „Ein alter Hut“, winkt Kaschube ab. Doch noch immer erklingt der Song bei den Konzerten, meist am Ende.

Rund 30 Konzerte pro Jahr geben die Dixieland Stompers noch immer. Auch wenn das Interesse an dem Musikstil, der in den 1910er-Jahren entstand, als weiße Musiker den New Orleans Jazz nachahmten, nachgelassen hat. „Zu DDR-Zeiten wurde Dixieland eher stiefmütterlich behandelt, weil es ja aus Amerika kam“, erinnert sich Kaschube. Heute macht vor allem der populäre Schlager den Dixieland-Bands zunehmend Konkurrenz und zu schaffen.

Beim Dresdner Dixieland-Festival alljährlich im Mai ist davon allerdings nichts zu spüren. Dixielandfans aus aller Welt kommen in die sächsische Landeshauptstadt, um den Oldtime-Jazz zu hören. „Vor jeder einzelnen Bühne stehen tausend Menschen, um zuzuhören“, erzählt Kaschube begeistert. 2020 gibt es die 50. Auflage des legendären Festivals – und auch die Dixieland Stompers werden auftreten, wie auch schon in den vergangenen Jahren.

Die weiteste Reise führte die Saspower im Jahr 1999 nach Brasilien. Gern erinnert sich Kaschube aber auch an die Auftritte am Staatstheater in Cottbus, als „Die Olsenbande“ gleich zwei Spielzeiten lang im Programm zu sehen war. Das Dixielandfest in Cottbus wurde im Jahr der Bundesgartenschau aus der Taufe gehoben und erlebt nun am 31. August seine 25. Auflage.

Eingeladen dazu haben sich die Dixieland Stompers hochkarätige Gäste wie die Marching Band „Jazzpolizei“ Berlin, die Elb Meadow Ramblers Dresden, die Spreeriver Dixieland Band Cottbus sowie die Solistin Anja Handke. Mit 300 bis 500 Zuschauern wird gerechnet.

Das Dixielandfest Cottbus beginnt am Samstag, 31. August, um 15 Uhr in der Freizeitoase am Amtsteich. Der Eintritt ist frei.