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| 18:00 Uhr

Cottbuser Straßenkunst
Eine Sandower Parkhaus-Wand wird zur Graffiti-Kunstfläche

Street-Art-Künstler Carlo Beley (v.) und Oliver Brotzmann haben am Sonntag die Malfläche auf der Parkhaus-Ostseite in Sandow für das Graffiti „Brücke nach Warschau“ vorbereitet.
Street-Art-Künstler Carlo Beley (v.) und Oliver Brotzmann haben am Sonntag die Malfläche auf der Parkhaus-Ostseite in Sandow für das Graffiti „Brücke nach Warschau“ vorbereitet. FOTO: Ullrich Littko
Cottbus. Immobilien-Eigentümer unterstützt öffentliche Kunst. Cottbuser Street-Art-Künstler bereiten sich auf die Teilnahme der Weltausstellung in Warschau vor.

Graffiti an Häuserwänden, auf Brückenpfeilern und Eisenbahnwagen sind oft keine Zier und meist auch illegal gesprüht. In der Cottbuser Kunstszene hat sich vor 15 Jahren indes ein Urban-Art-Team zusammengefunden, das mit seinen öffentlichen Aktionen dazu beiträgt, die schöne und legale Seite dieser Kunst zu zeigen. Wenn sich darüber hinaus Grundstücks- oder Hauseigentümer finden, die den Sprayern Flächen für ihre Kunst zur Verfügung stellen, erfüllen sich beste Bedingungen für die Spraydosen-Künstler.

Bernhard Ailinger, Architekt und Besitzer des Parkhauses in Sandow, hat nach einer illegalen Verzierung  seiner Parkhauswände Künstler aus Cottbus dazu aufgerufen, das Gebäude als Leinwand zu nutzen. „Was die Motive angeht, haben die Sprayer völlig freie Hand“, so Bernhard Ailinger. „Was aber auf die Wände kommt, soll schon künstlerische Qualität besitzen.“ Der vorliegende Entwurf hat Bernhard Ailinger gleich überzeugt.

Am Sonntag haben der Graffiti-Künstler Carlo Beley und Oliver Brotzmann vom Organisationsteam des Urban-Art-Teams dann losgelegt. Mit einem anspruchsvollen Entwurf zum Thema „Brücke nach Warschau“ wurden acht mal an derthalb Meter der Ostseite des Parkhauses grundiert und mit Mischfarben abgedeckt, um die Vorlage maßstäblich aufzutragen. Für den Beobachter der Spray-Aktion ist es faszinierend, wie aus einer schuhkartongroßen Vorlage ein Wandbild von mehreren Quadratmetern Größe entsteht. Dabei überzeugen das sichere Farbempfinden und die gekonnte Strichführung wie auch die motivische Gestaltung der künstlerischen Idee. „Leider haben wir von der Cottbuser Stadtverwaltung, anders als in München, auch in diesem Jahr keine Unterstützung bekommen“, sagt Oliver Brotzmann. „Deshalb müssen wir alle Unkosten selbst tragen, obwohl das Ergebnis doch den Cottbusern zu Gute kommt.“

Dass die Cottbuser Graffiti-Künstler weit über die Grenzen der Stadt bekannt sind, zeigt die erfolgreiche Teilnahme an vielen internationalen Street-Art-Events. „In diesem Jahr wird eine Präsentation zur Weltausstellung in Warschau vorbereitet und dort Ende Oktober von uns präsentiert.“

Die Aufgabenstellung: Die Entwürfe dürfen Schuhkartongröße nicht überschreiten und müssen mit Spraydosen gestaltet werden. Da weder Lackstifte noch Pinsel eingesetzt werden, steht die ursprüngliche Graffiti-Technik im Vordergrund. „Die besten Ergebnisse des Urban-Art-Projektes aus Warschau werden wir wieder im Dezember in Cottbus ausstellen“, sagt Carlo Beley abschließend.