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| 16:37 Uhr

Cottbus
„Sachsendorf braucht einen Ruck“

Der Bürgerverein Sachsendorf/Madlow braucht neue Mitglieder – gebraucht wird er, sagt die Vorsitzende.
Der Bürgerverein Sachsendorf/Madlow braucht neue Mitglieder – gebraucht wird er, sagt die Vorsitzende. FOTO: Daniel Schauff / LR
Cottbus. Der Bürgerverein ist im Umbruch – neue Ideen fürs Bürgerfest müssen her. Und neue Mitglieder. Ein Netzwerk im Stadtteil soll helfen. Von Daniel Schauff

Wenn am Mittwoch die Mitglieder des Sachsendorfer Bürgervereins zusammenkommen, wird es auch um das Bürgerfest im Sommer gehen. Darum, was sich am Fest künftig ändern wird. „Und es muss sich etwas ändern“, sagt Vereinsvorsitzende Kerstin  Kircheis. Nicht, weil die bisherigen Feste des Bürgervereins schlecht gewesen wären, nicht weil keine Gäste gekommen seien, sondern weil sich viele Rahmenbedingungen schlichtweg geändert haben.

Schausteller, Händler, sie alle werden teurer, sagt sie. Die Zielgruppe des Festes wird hingegen kleiner. „Viele sind weggezogen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Seit Jahren gehört Sachsendorf zu den am raschesten schrumpfenden Stadtteilen in Cottbus. Kaum verwunderlich also, dass es für den Bürgerverein immer schwieriger wird, ein großes, mehrtägiges Fest auf die Beine zu stellen. Ein Verlustgeschäft war’s immer, sagt Kerstin Kircheis. Ein eingeplantes allerdings. Ideen für Veränderungen gibt es bereits. Über die werden die Vereinsmitglieder nun beraten.

So wie Sachsendorf schrumpft, schrumpft auch der Bürgerverein. Viele Mitglieder seien schon älter, könnten sich demnach nicht mehr allzu aktiv an der Vereinsarbeit beteiligen. Noch habe der Verein rund 30 Mitglieder, sagt Kerstin Kircheis. „Das sind natürlich viel zu wenige.“ Die Mitgliedersuche aber sei schwer. Vor allem an jüngeren Interessenten fehle es. Das könne daran liegen, dass das „Wir-Gefühl“ im Stadtteil abnehme. Auch das hänge damit zusammen, dass viele Einwohner in andere Stadtteile gezogen seien. „Wer sich etwas anderes leisten kann, zieht hier weg“, sagt Kerstin Kircheis.

Aufgeben wolle der Verein aber nicht, das „Wir-Gefühl“ wieder in den Cottbuser Süden zu bringen, wohl auch vor dem Hintergrund, dass die Arbeit des Vereins in früheren Jahren schon einmal fast einzuschlafen drohte. Erst mit ihrem Vorgänger Peter Pollack habe das geändert. Ein Netzwerk der sozialen Träger, das ist nicht nur das Ziel des Vereins. Auch Sachsendorfs noch frischer Stadtteilmanager Sven Feldner hatte sich zu Beginn seiner Arbeit im Stadtteil vorgenommen, die Träger enger zusammenzubringen. Entsprechende Workshops gibt es bereits, sagt Kerstin Kircheis. „Sachsendorf braucht einen Ruck“, ergänzt sie. Ergebnisse der Zusammenarbeit von Trägern im Stadtteil werden derweil langsam sichtbar. Im Advent gab es vor dem Stadtteilladen auf der Gelsenkirchener Allee eine Adventsmeile. Die sei gut angenommen worden, sagt Kerstin Kircheis. Auch Sven Feldner hatte von einem Erfolg gesprochen und kündigt an, auch 2018 eine Adventsmeile mit zu organisieren.

Aus dem Netzwerk heraus, sagt die Vereinschefin, könne der Verein möglicherweise neue Mitglieder für die Arbeit im Stadtteil begeistern. Eine Mitgliedschaft sei nicht teuer, selbst wenn in Zukunft der monatliche Beitrag voraussichtlich etwas steigen werde. Dann sind es statt zwei Euro vielleicht drei Euro, die alle vier Wochen fällig werden.

Auch wenn die Einwohnerdichte in Sachsendorf abnimmt, auch wenn der Verein um Nachwuchs ringt: Für viele Stadtteilbewohner sei er nach wie vor wichtig, sagt Kerstin Kircheis. Oft seien es Probleme rund um die Themen Sauberkeit und Ordnung, die die Sachsendorfer mit den Vereinsmitgliedern besprechen würden. Der Verein versucht zu helfen, auch mit einem direkten Draht zur Stadtverwaltung. Sähen die Sachsendorfer dann, dass sich tatsächlich etwas ändern könne, kämen sie wieder, wenn es neue Probleme gebe.