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Rund sechs Millionen für Stahllager investiert

Nächste Woche wird der Grundstein für das neue Stahllager gelegt.
Nächste Woche wird der Grundstein für das neue Stahllager gelegt. FOTO: hil
Cottbus. Sebastian Lemke ist ein mutiger Mann. Denn ganz ohne Mut geht es wohl nicht, wenn man eine Summe von knapp sechs Millionen Euro in die Hand nimmt und ausgerechnet in ein Stahllager investiert – in Zeiten, in denen der künftige Strukturwandel düstere Schatten über die Region zu werfen scheint. Andrea Hilscher

"Wir aber glauben fest an den Standort Cottbus", sagt Sebastian Lemke. Er ist geschäftsführender Gesellschafter vom Handelshof Cottbus. Zusammen mit seinen zwei Mitgesellschaftern hat er entschieden, vor Ort zu investieren. "Von der Logistik her hätten wir eigentlich ans Spreewald-Dreieck gehen müssen", sagt Lemke. Die Infrastruktur dort sei optimal. "Aber wir sind überzeugt, dass sich hier in den kommenden Jahren rund um den Ostsee, das Seenland und den Spreewald so viel entwickeln wird, dass wir eben doch den Standort Cottbus stärken wollen."

Der Handelshof, der eine Niederlassung in Finsterwalde hat, arbeitet in vier Bereichen. Er ist Fachgroßhandel für die Bereiche Stahl und Werkstoffe, Heizung und Sanitär, Bau- und Werkzeugtechnik sowie Elektrotechnik, beschäftigt derzeit 110 Mitarbeiter und macht 20 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Die Kunden - zumeist mittelständische Baufirmen - kommen neben Cottbus und Spree-Neiße aus dem westlichen und südlichen Sachsen und dem Berliner Speckgürtel.

Den Handelshof gibt es bereits seit 1993 in Cottbus, doch seit sich die Geschäftsführung auf den Bereich Stahl konzentriert hat, ist der Umsatz besonders kräftig gestiegen. "Wir können mit unserer Struktur im ländlichen Raum Kunden beliefern, die sich für die ganz großen Anbieter nicht rechnen", so Lemke. Pro Lkw fahren seine Leute zehn oder zwölf Kunden an. "Aber weil das Geschäft so gut läuft, reichen unsere Lagerkapazitäten nicht mehr aus, auch unseren Dienstleistungsgrad konnten wir nicht mehr auf dem gewohnten Standard halten."

Also wird in der kommenden Woche der Grundstein für ein neues Stahllager gelegt: Auf dem 35 000 Quadratmeter großen Gelände entsteht eine zwölf Meter hohe, 5100 Quadratmeter große Halle für Bleche, Träger, Röhren und Stab-Stahl von bis zu sechs Metern Länge. In einer neuen Kommissionierungsanlage können die Werkstücke in 1200 Kassetten gelagert werden. Eine Sägeanlage von 45 Metern Breite wird ebenfalls in der neuen Halle untergebracht. Sebastian Lemke: "Wir investieren 5,8 Millionen Euro, wollen die Halle im April 2018 in Betrieb nehmen."