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| 19:28 Uhr

Energiewende
Rückenwind für Fraunhofer

Die Kompetenzen im Land – in der Industrie und an der BTU – sollen die Basis für die Gründung des Fraunhofer-Instituts für Speichertechnologien in Cottbus bilden.
Die Kompetenzen im Land – in der Industrie und an der BTU – sollen die Basis für die Gründung des Fraunhofer-Instituts für Speichertechnologien in Cottbus bilden. FOTO: Frank Hilbert
Cottbus. IHK und HWK sehen Potenzial für die Region, die BTU will die nötige Basis bieten. Von Daniel Schauff

„Die nötige Basis, um gegenseitig voneinander zu profitieren, wäre in jedem Fall gegeben“, sagt BTU-Präsident Jörg Steinbach. Noch sind es bloß Wünsche, die allerdings einen wichtigen Schritt in Richtung Wirklichkeit gegangen sind, als Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) im Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Fraunhofer-Institut für Speichertechnologien in der Lausitz fordert. Woidke selbst hat die BTU ins Spiel gebracht, dort sieht der Präsident Vorteile für seine Hochschule: „Grundsätzlich ist jede neue Kooperation mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen ein Gewinn für unsere Universität. Dadurch steigt die Anzahl hochkarätigen Forschungsprojekten, es werden mehr Promotionen ermöglicht und die nationale und internationale Sichtbarkeit der BTU erhöht“, sagt Steinbach und geht noch einen Schritt weiter: „Wenn es uns als BTU gelingt, die großen Forschungsgesellschaften von der Lausitz als Standort zu überzeugen, profitiert natürlich auch das Umfeld von den positiven Effekten.“

„Der Schlüssel zum erfolgreichen Strukturwandel in der Lausitz liegt jetzt darin, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Energiebranche zu erhalten und ihre Kompetenzen zu nutzen“, sagt Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus. Die Lausitz habe eine in vielen Jahren erworbene Kompetenz beim Thema Energie, konventioneller und Erneuerbarer, sagt Krüger. Die Branche sei eine der wenigen international wettbewerbsfähigen in der Region.

Eine „Vorzeige-Region“ könne die Lausitz mit der Gründung eines Fraunhofer-Instituts für Speichertechnologie bei der Umsetzung der Energiewende werden, sagt Knut Deutscher, Geschäftsführer der Handwerkskammer (HWK) Cottbus. Das Handwerk bestärke die die Politik darin, für die Lausitz als Vorzeige-Region zu kämpfen. „Viele Handwerks-Unternehmer haben kreative Ideen, gefragt ist hier die Wissenschaft als starker Partner, der neue Entwicklungen erforscht und zur Marktreife bringt“, so Deutscher weiter. Der Unterstützung der HWK Cottbus kann sich Woidke bei seinen Plänen sicher sein.

Rückenwind kommt dazu auch von der Opposition. Mit dem Institut für Speichertechnologie würden die bestehenden energiebezogenen Kompetenzen der BTU mit den wissenschaftlichen Potenzialen der Wirtschaft noch besser vernetzt, sagt CDU-Landtagsmitglied Michael Schierack. Als ein klares Signal in Richtung Lausitz und Cottbus würde der CDU-Mann die Ansiedlung des von der Bundesregierung geplanten Instituts werten. Überraschend ist das kaum: von der CDU kam die Initiative, das im Bundeskoalitionsvertrag angekündigte Institut ins Land holen zu wollen. Ende April hatten SPD, CDU, Grüne und Linke den Antrag gemeinsam in den Landtag gebracht und fraktionsübergreifend angenommen.

Mit Sachsen sei man sich bereits einig, dass das Institut in der brandenburgischen Lausitz seinen Platz haben solle, sagte Woidke kürzlich der LR – ein wichtiger Punkt, um die Bundesregierung auf die Seite des Landes zu ziehen. BTU-Präsident Steinbach: „Die Lausitz ist ein länderübegreifendes Gebiet. Insofern sind derartige Verortungen auf politischer Ebene auch mit Sachsen abzusprechen.“ Den Schritt haben die beiden Landesregierungen offenbar schon hinter sich gebracht.

BTU-Präsident Jörg Steinbach
BTU-Präsident Jörg Steinbach FOTO: Patrick Pleul