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| 19:18 Uhr

Cottbus
Abbas Waterloo zum Aufwärmen und dann „Über den Wolken“

 Viel Spaß haben die Teilnehmer des zweiten Rudelsingens in Cottbus.
Viel Spaß haben die Teilnehmer des zweiten Rudelsingens in Cottbus. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Rund 130 Frauen und Männer lassen sich beim zweiten Cottbuser Rudelsingen in der Alten Chemiefabrik von Christine Wolff mitreißen. Von Michael Helbig

In einen großen Chorsaal hatte sich die Alte Chemiefabrik in der Parzellenstraße am Dienstagabend verwandelt. Zum zweiten Mal hatten Opernsängerin Christine Wolff und ihr Sohn Alexander Capistran, Pianist und Student der Philosophie, zum Rudelsingen eingeladen, „weil gemeinsam zu singen, nachweislich guttut.“

Seit 2011 feiert das Rudelsingen seinen Siegeszug durch ganz Deutschland. Regelmäßig treffen sich Menschen, um gemeinsam zu singen – von Schlager bis Rock, vom aktuellen Radio-Hit bis zum Evergreen. Und so lassen sich die rund 130 Frauen und Männer im Saal auch an diesem Abend nicht lange bitten und stimmen beim „Einsingen“ mit „Waterloo“ von Abba kräftig mit ein. Nicht ohne sich zuvor von den Plätzen erhoben zu haben, „weil im Stehen das Zwerchfell besser lacht“, so Christine Wolff.

Wie beim Karaoke werden die Texte auf einer Leinwand eingeblendet. Schon beim ersten Song zeigt sich Christine Wolff mit der Resonanz recht zufrieden: „Aber da geht noch mehr, da ist noch Luft nach oben“, spornt sie das Publikum an und fragt nach, wer denn zum schon zum zweiten Mal dabei sei. Hier geht etwa ein Drittel der Hände nach oben. Und bei der Frage, wer denn von jemandem „mitgeschleppt“ worden sei, sind es noch etwas mehr.

Bei den nächsten Liedern „Aux Champs-Elysees“ und „Ring of Fire“ kommt richtig Stimmung im Saal auf. Song auf Song folgt. „Daddy Cool“, „Über den Wolken“, „Mit 66 Jahren“ sind ebenso dabei wie „Ohne Krimi geht die Mimi“, „Alt wie ein Baum“ oder „Major Tom“. Die Set-Liste war den Sangesfreudigen im Vorfeld nicht bekannt.

Zu jenen, die sich von der Stimmung im Saal anstecken ließen, gehörte auch Annika Konradt aus Burg. „Ich bin bereits zum zweiten Mal dabei, und mir hat es schon beim Auftakt gefallen. Seit 20 Jahren singe ich in Potsdam in einem Chor, und ich hatte es dort noch nie geschafft, zum Rudelsingen zu gehen. Als ich entdeckt habe, dass es das auch in Cottbus gibt, habe ich gleich noch meine Freundin mitgebracht“, erzählte sie begeistert. „Ich liebe moderne Songs und mir gefällt, dass es ums gemeinsame Singen geht. Das sind kein Massen-Karaoke und keine Party mit viel Alkohol. Die Atmosphäre ist nett und familiär“, fügte sie hinzu. Und ihre Freundin Janine Schiemenz aus Cottbus ergänzte: „Ich freue mich ganz besonders auf die Abba-Lieder. Ich war vor Kurzem auch bei der Abba-Veranstaltung in der Stadthalle. Viele Schlager kenne ich und habe früher auch oft beim Bügeln vor dem Fernseher mitgesungen.“

Noch etwas verhalten sang Klaus Mischke aus  Neuhausen anfangs mit. Doch im Laufe des Abends steigerte auch er sich. „Singen kann ich eigentlich gar nicht, aber im Rudel fällt das gar nicht auf“, gestand er mit einem verschmitzten Lächeln.

Das dritte Rudelsingen in Cottbus findet am 10. September ab 19.30 Uhr in der Alten Chemiefabrik statt.