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| 19:19 Uhr

Tierisch
Fisch-Erntestart, Fressfeinde und Angebote rund um den Karpfen

Dietrich Kunkel vom Förderverein Peitzer Hüttenwerk  unternahm am letzten Sonntag mehrere Kahntouren  auf dem Peitzer Hälterteich und gab dabei interessante Erläuterungen  zur Teichwirtschaft. Er ist einer der Autoren in dem 26. Oktober erscheinenden Buch über die Lausitzer Teichwirtschaft.
Dietrich Kunkel vom Förderverein Peitzer Hüttenwerk unternahm am letzten Sonntag mehrere Kahntouren auf dem Peitzer Hälterteich und gab dabei interessante Erläuterungen zur Teichwirtschaft. Er ist einer der Autoren in dem 26. Oktober erscheinenden Buch über die Lausitzer Teichwirtschaft. FOTO: Marion Hirche
Peitz. Rings um das Thema „Karpfen“ hat Peitz in diesen Tagen sehr viel Interessantes zu bieten Von Marion Hirche

In dieser Woche hat die diesjährige Fischernte am ersten der drei großen Speisekarpfenteiche begonnen. Am Teufelsteich sind Sortierschalen, Sortiertisch und Baumkescher aufgebaut. Die Männer des Teichgutes Peitz haben hier mit dem Herausholen der Breitmäuler und anderer Teichbewohner begonnen. Beim Vorbeifahren sind die Arbeiten an der Fischgrube in der Kurve gut zu sehen. Die Teichfläche gibt jetzt schon den Grund preis, denn das Wasser ist zurück in den natürlichen Wasserkreislauf geflossen, wird erst im Frühjahr zurückkehren. Nach dem Teufelsteich, dem zweitgrößten Speisekarpfenteich, der von den Peitzer Fischern bewirtschaftet wird, folgt dann die Ernte am Hälterteich unterhalb des Kraftwerks Jänschwalde. Am letzten Oktoberwochenende sind hier wieder Zuschauer willkommen, die wissen wollen, welchen Weg der Karpfen im Laufe seines Lebens bis hin zum Verzehr nimmt.

Davor gab es aber noch eine  interessante Veranstaltung am vergangenen Wochenende: Mit dem Kahn konnten Interessierte über den Teich fahren und dabei sonst kaum einsehbare Ecken des rund 145 Hektar großen Gewässers mit samt seinen Inseln entdecken. Dietrich Kunkel vom Förderverein für das Hüttenwerk Peitz und Mitarbeiter der Peitzer Edelfischerei sorgte bei den 90-minütigen Touren für interessante Erläuterungen. Unterwegs entdeckten die Mitfahrer nicht nur springende dicke Fische im Wasser, sondern vor allem viele Vögel. Zahlreiche Schwäne mit ihren Nachwuchs des Jahres zogen ihre Bahnen auf dem künstlichen Gewässer ebenso, wie Unmengen von Silber- und Graureihern sowie Komorane. Eine Insel, die als Einfluggebiet für die Fischfresser dient, präsentierte sich den Betrachtern in hellen Vogelkotfarben. Ziemlich erschüttert nahmen die Kahnfahrtteilnehmer zur Kenntnis, dass im Schnitt nur 2 bis 3 von 100 Karpfen bis zum Speisekarpfen heranwachsen. Die meisten werden bereits im ersten Sommer ihres Lebens von den Fischräubern gefressen. „Wir haben im Jahr zwischen 250 000 bis 300 000 Euro Schaden durch gefräßige Plagegeister im Teichgebiet, der kaum zu kompensieren geht“, informierte der Bootsführer.

Wie die Ausfälle zumindest etwas minimiert werden können, kann jeder bei einer weiteren Veranstaltung im Rahmen der Peitzer Karpfenwochen am kommenden Freitag, 12. Oktober, erfahren. In einem Vortrag ab 19 Uhr im Peitzer Ratssaal geht es um das Thema „Fische aus dem Kraftwerk – Die Entwicklung der Warmwasserfischzucht in der ehemaligen DDR“. Unmittelbar vor dem großen Schaufischen am 27. und 28. Oktober wartet dann noch ein weiterer Höhepunkt auf alle Teichwirtschaftinteressierten: Am 26. Oktober wird um 10 Uhr im Eisen- und Hüttenmuseum Peitz das Buch „Karpfen & Co – Teichwirtschaft in der Lausitz“ vorgestellt, das mit Unterstützung der Peitzer Edelfisch Handelsgesellschaft mbH und der LEAG entstanden ist und vom Lausitzer Fotografen Thomas Kläber bebildert wurde.