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| 13:22 Uhr

Archäologische Sensation in Cottbus
Forscher ringen um mittelalterlichen Brennofen in der City

Die Zukunft des bei Bauarbeiten in der Cottbuser Mühlenstraße gefundenen Brennofens ist ungewiss. Historiker fordern den Erhalt.
Die Zukunft des bei Bauarbeiten in der Cottbuser Mühlenstraße gefundenen Brennofens ist ungewiss. Historiker fordern den Erhalt. FOTO: Brandenburgisches Landesamt für
Cottbus. Experten fordern den Erhält des sensationellen Fundes in einem archäologischen Fenster.

Der in Cottbus entdeckte mittelalterliche Ziegelei­­brennofen soll statt lediglich virtuell unbedingt richtig erhalten bleiben. Das fordert Gerd-Christian Treutler, der Vorsitzende der Brandenburgischen Genealogischen Gesellschaft (BGG) „Roter Adler“.

Er sagt: „Dieser Fund aus dem 14./15. Jahrhundert ist einzigartig mit etlichen Alleinstellungsmerkmalen.“ Der Ofen sei ausgesprochen gut erhalten. Die Lage innerhalb der historischen Stadtmauer und der Umstand, dass der Ofen seinerzeit zum Teil in das Erdreich eingelassen war, seien besonders. „Die Bedeutung des archäologischen Fundes geht weit über Cottbus hinaus und bedarf der weiteren Erforschung“, erklärt er weiter. Darin seien sich alle Experten einig.

Allerdings werde in Cottbus damit argumentiert, dass die Kosten für den Erhalt dem Bauherren nicht zuzumuten seien. „Wenn dem so ist, müssen hier umgehend Lösungen gefunden werden“, sagt Treutler. „Ein Abriss wäre eine Schande. Was Jahrhunderte überstanden hat, darf nicht mit einem Federstrich vernichtet werden. Wir können uns den Erhalt an Ort und Stelle in Form eines archäologischen Fensters, wie man es aus Köln, Berlin-Spandau, Regensburg und anderen Städten kennt sehr gut vorstellen“, so Treutler. Dieses sollte in das private Bauprojekt eingebunden werden und für jederman zugänglich sein. So könne ein weiterer Anziehungspunkt für Cottbus geschaffen werden.

(kw)