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| 02:35 Uhr

Riesenkaninchen kaum noch zu sehen

Eichow/ Spreewald. Rassekaninchen aus ganz Südbrandenburg stellen sich heute vor der Eröffnung der 20. Spreewaldschau in Eichow dem kritischen Blick der Preisrichter. 82 Aussteller zeigen 487 Tiere. Weit über 30 Kaninchen konkurrieren allein in den Rassen Blaue Wiener, Helle Großsilber und Rote Neuseeländer miteinander. Annett Igel

Kaninchenzucht ist eine Frage des Fleisches. Werner Golzbuder aus Eichow züchtet seit 1961 Schwarze Alaska. "Ihr Fleisch ist kurzfaserig", erklärt er, "es lässt sich gut zubereiten und ist ein Gaumenschmaus. Aber drei bis vier Kilogramm – schwerer werden meine Alaskas nicht – sind anderen Genießern für einen ordentlichen Kaninchenbraten ein bisschen zu wenig." Wiener und Neuseeländer bringen da mehr auf die Waage und lohnen sich deshalb für eher für die Zucht.

Auch Zwergkaninchen bringen etwas ein, sie sind beliebt als Haustiere – besonders wenn die langen Ohren so herabhängen wie beim Deutschen Kleinwidder. "Große Tiere – wie die Deutsche Riesenschecke – werden dagegen immer seltener", sagt Werner Golzbuder und bedauert das. "Es sind herrliche Tiere." Auch den Hasen – eine große und sehr aufrecht sitzende Rasse – habe er schon lange nicht mehr gesehen, und er sei auf vielen Kaninchenausstellungen unterwegs.

Mit Tauben und Zwerghühnern hatte Werner Golzbuder 1957 das Züchten begonnen – auch heute gibt es sie noch auf seinem Hof. Vier Jahre später begann er mit den Kaninchen und 1964 gründete er den Eichower Kleintierzuchtverein mit. "Den Schwarzen Alaskas bin ich bis heute treu. Na ja, zwischendurch probiert man mal noch die eine oder andere Rasse aus – es gibt ja so herrliche Farbschläge", sagt er.

Stolz ist er, dass sein Sohn Toralf Golzbuder auch züchtet: Altholländische Kapuzinertauben und wildfarbene Kleinwidder. Und der 49-Jährige leitet inzwischen den Eichower Kleintierzuchtverein. Aber sonst sei es um den Nachwuchs nicht allzu gut bestellt. "Wir haben die gleichen Probleme wie andere Vereine. Mit der Ausbildung gehen die jungen Leute weg. Oder sie müssen so viel arbeiten, dass ihnen für solch ein Hobby keine Zeit bleibt. Aber wenigstens preisgünstig ist die Kaninchenzucht", sagt Werner Golzbuder.

Alle zwei Jahre tragen die Eichower die Spreewaldschau der Rassekaninchenzüchter aus. In den ungeraden Jahren übernehmen das die Vetschauer. "So haben wir die Jubiläumsschau abbekommen. Aber das passt schon: Ende 2011/2012 konnten wir unser Vereinsheim sanieren. Das dürfen sich die anderen Kaninchenfreunde jetzt anschauen." Sie kommen aus dem gesamten Süden Brandenburgs, sagt Werner Golzbuder. Aus dem Spreewald und der Großgemeinde Kolkwitz, aus Spremberg und besonders auch aus dem Forster Raum. "Sogar aus Teltow-Fläming und aus Frankfurt an der Oder reisen Züchter an", zählt der Eichower auf.

Tradition ist, dass die Preisrichter am Donnerstag in Ruhe durch die Reihen gehen, was heißt, dass viele Tiere schon am gestrigen Mittwoch nach Eichow gebracht wurden. Landrat Harald Altekrüger hat die Schirmherrschaft übernommen. Mehrere Bürgermeister und Amtsdirektoren sponserten die Pokale. "Das kostet sie nur 25 Euro, hilft uns aber sehr", sagt Werner Golzbuder. Und die Frauen backen Kuchen. Denn viel Publikum wird erwartet: Toralf Golzbuder: "Die Schau ist für Halter und Züchter eine gute Möglichkeit, prächtige Tiere zu kaufen."

Zum Thema:
Die 20. Spreewaldschau der Rassekaninchenzüchter wird am morgigen Freitag, 26. Oktober, im Kolkwitzer Ortsteil Eichow im Vereinsheim in der Straße Zum Wasserwerk 22 um 17 Uhr feierlich eröffnet. Zu sehen ist die Schau für die Besucher am Samstag von 9 bis 18 Uhr und am Sonntag von 9 bis 15 Uhr.