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Reparatur von Fußgängerbrücke ist derzeit nicht in Sicht

Die Fußgängerbrücke über die Bahnschienen zum Stadion der Freundschaft bleibt bis auf Weiteres gesperrt.
Die Fußgängerbrücke über die Bahnschienen zum Stadion der Freundschaft bleibt bis auf Weiteres gesperrt. FOTO: Peggy Kompalla
Cottbus. Vor genau zwei Wochen ist die Fußgängerbrücke zum Stadion der Freundschaft gesperrt worden. Eine Reparatur ist derzeit nicht in Sicht. So erging es bereits zwei anderen Brücken, die schließlich abgerissen wurden. Peggy Kompalla

Das belegt auch der Straßenzustandsbericht (siehe Infobox). Mit der Fußgängerbrücke ist nun das dritte Bauwerk in Cottbus außer Betrieb gegangen. Doch bei ihm soll sich das Schicksal von Werner- und Lönssteg nicht wiederholen, die beide abgerissen wurden. Das versichert Stadtsprecher Jan Gloßmann.

Selbst wenn alles nach Plan gelaufen wäre, müssten die Fußballfans derzeit wohl den Umweg über die Willy-Brandt-Straße und durch den Eliaspark ins Stadion nehmen. Denn eigentlich sollte die Brücke dieser Tage wieder auf Vordermann gebracht werden. Stattdessen ist sie gesperrt und nichts passiert. Der Grund: Auf die Ausschreibung für die Brückenreparatur hat es keine Bewerbung gegeben. Das erklärt Stadtsprecher Jan Gloßmann. Er ergänzt: "Die Prüfung der Brücke nach dem Stark regen hat gezeigt, dass es nicht zu verantworten ist, wenn Tausende Menschen darübergehen." Deshalb sei die Sperrung auch ganz bewusst vor Beginn der Fußballsaison gefallen. Zum Pokalspiel gegen VfB Stuttgart am Sonntag sind bereits 15 000 Karten verkauft worden. Einen solchen Ansturm hätte die Brücke demnach nicht ausgehalten. "Deshalb haben wir das Stoppzeichen gesetzt."

Wann die Brücke doch repariert wird, bleibt offen. Nur so viel ist klar: In dieser Saison bleibt sie gesperrt. "Davon müssen wir leider ausgehen", erklärt der Stadtsprecher. "Im Spätherbst werden wir nochmals eine Ausschreibung starten. Das Geld dafür ist im Haushalt eingestellt."

Die Umleitung habe sich nach den beiden Heimspielen des FC Energie Cottbus in der vergangenen Woche bewährt. "An der Brücke selbst ist ein Hinweis zur Umleitung angebracht worden." Radwanderer schicke die Stadt bereits seit Jahren durch Wehrpromenade und über die Willy-Brandt-Straße statt "mit den schweren Taschen am Rad die Hühnerleiter hoch". Einzig der Europäische Fernwanderweg 10, der durch die Leichhardt-Allee und über die Brücke führt, müsse ebenfalls mit einer Umleitung versehen werden. "Auch die touristischen Hinweisschilder werden entsprechend angepasst."

Der Lönssteg ist zu Beginn dieses Jahres nach langer Sperrung endgültig abgerissen worden. Damit teilt er das Schicksal mit dem Wernersteg, der im Jahr 2011 abgerissen wurde. Für beide wird es keinen Ersatz geben. Die neue Leichhardtbrücke ging im Oktober 2011 in Betrieb. Der Ostrower Steg wurde im Jahr 2014 generalüberholt. Die neue Goethebrücke wurde im Jahr 1999 eingeweiht, der neue Blechensteg 2006. Die Sandower Brücke benötigt in "absehbarer Zeit Instandhaltungsarbeiten", wie der Stadtsprecher erklärt. Ohne einen Termin und Umfang der Reparatur zu benennen. Die Kollwitzbrücke klappert. "Das sind die Holzbohlen", sagt Jan Gloßmann. "Wir kennen das Phänomen. Es ist aber ungefährlich." Trotzdem sei die Brücke auf der Reparaturliste, um die Bohlen demnächst auszutauschen. Die Sanzebergbrücke wird gerade neu gebaut. Sie soll demnächst das beim Hochwasser im Jahr 2013 geschädigte Bauwerk ersetzen. Die Spreebrücke am Nordring benötigt demnächst ebenfalls eine Auffrischung. "Dort sind in absehbarer Zeit Reparaturen an den Pfeilern nötig."

Zum Thema:
Der Straßenzustandsbericht der Stadt Cottbus von 2015, in dem auch die Brücken analysiert wurden, beschreibt die Situation als dramatisch. Die Hälfte der Brücken hat demnach einen solch schlechten Zustand erreicht, dass mittelfristig mit Einschränkungen zu rechnen ist. 20 von insgesamt 88 Brücken haben nur die Note 3,0 bis 3,5 erhalten. Wobei die Note 3,5 laut Stadtverwaltung ein Warnwert ist.