ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:01 Uhr

Cottbus
Rentnerin verletzt sich auf der Bahnhofs-Baustelle

Die Bauarbeiten zwischen den Bahnsteigen sorgen für Verwirrung und gefährliche Stolperfallen.
Die Bauarbeiten zwischen den Bahnsteigen sorgen für Verwirrung und gefährliche Stolperfallen. FOTO: LR / Hilscher Andrea
Cottbus. Grund für einen Unfall auf der Bahnhofsbaustelle war ein fehlender Handlauf, der zu früh entfernt worden war.

Brunhilde Scholz aus Elsterwerda hatte sich auf schöne Urlaubstage gefreut, die sie mit Enkeln und Urenkeln in Lübbenau verbringen wollte. Die Fahrt dorthin wollte die Rentnerin (71) mit dem Zug absolvieren. In Cottbus musste sie dabei umsteigen – und wurde zum unfreiwilligen Opfer der tückischen Bauarbeiten am Hauptbahnhof.

„Auf dem Weg von einem zum anderen Bahnsteig musste ich eine Treppe hinabsteigen, an der es keinen Handlauf gab“, erinnert sie sich. „Ich verlor das Gleichgewicht, stürzte schwer und kam nur Dank der Hilfe eines Mitreisenden wieder auf die Beine.“ Da sie ihren Anschlusszug nicht verpassen wollte, machte sie sich auf den Weg zum nächsten Bahnsteig, hielt dabei Ausschau nach einem Bahnmitarbeiter, dem sie ihren Unfall schildern konnte. „Aber es war niemand zu finden.“ Auf dem Weg zum Zug nach Lübbenau geriet sie erneut ins Stolpern – ein unbefestigte Weg brachte sie wieder zu Fall. „Ich war derart damit beschäftigt, einen Bahnmitarbeiter oder wenigstens ein lesbares Hinweisschild zu finden, dass ich wohl nicht richtig auf meine Füße geachtet habe.“

Schwer angeschlagen erreichte sie schließlich ihren Zug nach Lübbenau, die Ferien allerdings musste sie abbrechen: Starke Schmerzen in Knie, Lendenwirbelsäule und Arm trieben sie schon am nächsten Tag zum Arzt.

„Ich habe mehrere Tage gebraucht, bis ich telefonisch bei der Bahn endlich jemand erreicht habe, mit dem ich über den Unfall sprechen konnte“, klagt Brunhilde Scholz. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage gab ein Bahnsprecher zu, dass die Kontaktaufnahme zu den zuständigen Kollegen sich kompliziert gestaltet habe. Gisbert Gahler schreibt:

„Ursache war, dass der Dienstleister den Handlauf zu früh entfernt hatte. Nachdem einer Mitarbeiterin des Bahnhofsmanagements das aufgefallen war, war dieser schnellstmöglich, nach etwa zwei bis drei Stunden, wieder angebracht – zu spät, da in diesen Zeitraum bereits der Unfall eingetreten war.“

Die Leiterin des Bahnhofsmanagements habe  ihr Bedauern zu dem Vorfall gegenüber der Kundin zum Ausdruck gebracht. Es werde nun versucht eine Lösung zu finden, mit der die Kundin zufrieden ist.

(hil)