ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:05 Uhr

Cottbus
Rekordverdächtiger Sommer

Der mit 37 Grad Celsius wärmste Tag des Jahres in Cottbus war der 8. August.
Der mit 37 Grad Celsius wärmste Tag des Jahres in Cottbus war der 8. August. FOTO: Uli Deck
Cottbus. Waren die vergangenen Wochen wirklich so heiß und trocken, wie es sich anfühlte? Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes haben in die Cottbuser Daten geschaut. Von Daniel Steiger

Heißzeit, wochenlang Temperaturen um die 30-Grad-Marke, Trockenheit, volle Freibäder, Unterstützung fordernde Landwirte – der Sommer 2018 lieferte reichlich Gesprächsthemen. Doch war er tatsächlich so heiß und so trocken, wie er sich anfühlte? Die RUNDSCHAU hat die Experten vom Deutschen Wetterdienst (DWD) gebeten, einen Blick in ihre Statistiken zu werfen und das Gefühl mit Zahlen zu versehen. Und das Ergebnis ist nicht eindeutig. Während es für ganz Deutschland schon ein rekordverdächtiger Sommer war, gab es in Cottbus auch schon wärmere und trockenere Sommermonate.

Der Sommer 2018 war nach einer vorläufigen Bilanz des DWD der zweitheißeste und zweittrockenste seit Beginn regelmäßiger Wettermessungen in Deutschland im Jahr 1881. Durchschnittstemperaturen sowie Niederschlagsmengen hätten deutlich über beziehungsweise unter den langjährigen Mittelwerten gelegen.

Auch für Cottbus kann Ralph Hasse, der für den Deutschen Wetterdienst die Daten der Wetterstation in der Cottbuser Vogelsiedlung ausgewertet hat, von den Temperaturen her einen zweiten Platz zu vermelden. Der langjährige Mittelwert, der im meteorologischen Sommer vom 1. Juni bis 31. August gemessen wird, war in diesem Jahr mit 20,6 Grad Celsius um 2,9 Grad zu warm. Der Höchstwert in diesem Segment wurde im Jahr 1992 gemessen. Damals standen hier 20,7 Grad in der Statistik. „Der kälteste in Cottbus registrierte Sommer war 1923 mit einem Mittel der Lufttemperatur von 15,9 Grad“, so Ralph Hasse.

Zwischen dem wärmsten und dem kältesten Tag in diesem Sommer liegen übrigens mehr als 30 Grad. Am 8. August kletterte das Quecksilber bis auf einen Wert von 37 Grad. Im Gegensatz fiel das Thermometer am 2. Juli auf 5,3 Grad. Doch dies war die absolute Ausnahme. Insgesamt gingen in diesem Sommer 64 Tage mit einer Lufttemperatur von mehr als 25 Grad und immer noch 25 Tage mit einer Lufttemperatur von mehr als 30 Grad in die Cottbuser Statistik ein. Die Sonnenscheindauer betrug mit 793,4 Stunden knapp 119 Prozent des langjährigen Mittelwertes. Laut Hasse scheint in den Cottbuser Sommern durchschnittlich 667,9 Stunden die Sonne.

Beim Thema Trockenheit liegen die Cottbuser Werte sogar deutlich über den Rekordzahlen. In diesem Jahr fielen laut Deutschem Wetterdienst vom 1. Juni bis 31. August 145,5 Millimeter Niederschlag. Der langjährige Mittelwert in diesem Bereich liegt bei 187,3 Millimetern. Der mit Abstand trockenste Sommer war der im Jahr 1976. Hier fiel mit 41,5 Millimeter nur ein Drittel des diesjährigen Wertes.