ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:30 Uhr

Cottbus
Rekonstruierter „Tigerkäfig“ im Zuchthaus präsentiert

 Marcel Grube, Technischer Leiter im Menschenrechtszentrum, bereitet den „Tigerkäfig“ für die Ausstellungseröffnung vor.
Marcel Grube, Technischer Leiter im Menschenrechtszentrum, bereitet den „Tigerkäfig“ für die Ausstellungseröffnung vor. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Nach mehrmonatigen Bauarbeiten wird am Dienstag, 21. August, 18.30 Uhr eine authentisch rekonstruierte „Tigerkäfigzelle“ in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus eröffnet. Die Inhaftierung in einem „Tigerkäfig“ gehörte zu den Disziplinarmaßnahmen im Cottbuser Strafvollzug. Von Daniel Steiger

Die Unterbringung erfolgte ursprünglich im Arrestbereich in den Kellern der Hafthäuser. Die von den Häftlingen so bezeichneten „Tigerkäfige“ waren 4,40 Meter lang, 2,10 Meter breit und 2,40 Meter hoch.

Zur Eröffnung werden drei ehemalige Häftlinge zu Gast sein, die bei einer Open-Air-Diskussion vor dem Hafthaus II von ihren Erlebnissen in diesen Arrestzellen erzählen werden. Siegmar Faust war Mitte der 1970er-Jahre 401 Tage seines Lebens im „Tigerkäfig“, weil er vom Strafvollzugspersonal zunächst unbemerkt die handgeschriebene Zeitung „Armes Deutschland“ schrieb und in Umlauf unter den Häftlingen brachte. Der Arzt Dr. Wulf Rothenbächer kam 1971 wegen Sabotageaktionen als „Besserungsunwilliger“ für 70 Tage in den „Tigerkäfig“. Nach der Schließung wurde der Kellerbereich als Werkzeug- und Materiallager genutzt. Manfred Gebhardt musste 1981 bis 1982 als gelernter Schlosser etwa neun Monate täglich acht Stunden alleine in den dunklen Kellerräumen arbeiten.

Da sich das Gebäude weiterhin in einem ruinösen Zustand befindet, ist der Besuch des Kellers nur im Rahmen von Führungen möglich.