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| 14:35 Uhr

Reitsport
Siege und Abschiede: ein Fest der Emotionen in Sielow

48. Pfingstturnier in Sielow FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Rund 5000 Besucher baden bei der 48. Auflage des Sielower Pfingstturniers in Gefühlen: Spannung, Unterhaltung, Wehmut.

Das Sielower Pfingstturnier, das wissen die Besucher ebenso wie die Sportler, ist seit 48 Jahren immer wieder für Überraschungen gut. In diesem Jahr sorgten einige unvermutete Siege, schmerzhafte Abschiede und schöne Showeinlagen für ein Wechselbad der Gefühle.

Überraschungssieg: Für den Kampf um den großen Preis der Sparkasse Spree-Neiße hatten sich viele Top-Reiter mit ihren Pferden angesagt: die mehrfachen Landesmeister Siegmar Stroehmer und Steffen Krehl, die Derby-Reiter Jan Peters, Robert Bruhns und Heiko Schmidt, zahlreiche ausländische Spitzensportler. Einen Namen aber hatte kaum einer auf dem Zettel: den der Holsteiner Reiterin Inga Czwalina. Die 41-Jährige war zum ersten Mal in Sielow zu Gast, hatte sich mit ihrem Holsteiner Cezanne kaum Chancen ausgerechnet. Doch der springgewaltige Wallach bewältigte den enorm schweren Umlauf fehlerfrei, blieb dann im Stechen makellos und konnte am Ende verdient die goldene Schleife, die Siegprämie und Silberbarren der Sparkasse mit zurück nach Fehmarn nehmen.

Abschied I: Er ist eine Legende: Wolfgang Meyer (79) aus Eisenhüttenstadt hat seit 45 Jahren als Parcourschef den Springsport in Ostdeutschland geprägt, war bei Olympia in Athen und den Weltmeisterschaften in Aachen im Einsatz. Seit 43 Jahren hat er jedes Pfingsten in Sielow verbracht, mit seinen oft kniffeligen Kursen so manchen Reiter zur Verzweiflung gebracht. Kurz vor seinem 80. Geburtstag hat er, dem Reglement der Reiterlichen Vereinigung entsprechend, seinen Abschied genommen.

Abschied II: Ein Pferd ohne Reiter ist immer noch ein Pferd. Ein Reiter ohne Pferd ist – nichts. Deshalb mussten sowohl der griechische Springreiter Agelos Touloupis als auch Stadionsprecher Fabian Pagenhardt mit den Tränen kämpfen, als sie einen großartigen Sportpartner auf seine letzte Ehrenrunde schickten: Die Stute Coco Chanell, die ihrem Besitzer über 40 S-Siege geschenkt hat, verabschiedet sich mit 14 Jahren aus dem Sport, wird künftig in der Zucht eingesetzt.

Traditionen: Es gibt Reiterfamilien, die halten Sielow bereits über Generationen die Treue. Einer von ihnen, Volker Lehrfeld aus Schwanebeck, kennt das Cottbuser Stadion noch aus Zeiten, als sein Vater hier S-Springen geritten ist. Jetzt kommt er jedes Jahr mit seiner Frau Christin, Tochter Mathilde und einem guten Dutzend Pferden nach Sielow. In diesem Jahr wurde er dafür unter anderem mit einem spektakulären Sieg im Barrierespringen über 1,90 Meter belohnt.

Turnierchef Dieter Pumpa (l.) verabschiedet den Parcoursdesigner Wolfgang Meyer in den Ruhestand.
Turnierchef Dieter Pumpa (l.) verabschiedet den Parcoursdesigner Wolfgang Meyer in den Ruhestand. FOTO: Michael Helbig
Coco Chanel auf ihrer letzten Ehrenrunde mit Angelos Touloupis.
Coco Chanel auf ihrer letzten Ehrenrunde mit Angelos Touloupis. FOTO: Michael Helbig
Allein in den Stallzelten musste Platz für 140 Pferde geschaffen werden – sie fühlten sich sichtlich wohl.
Allein in den Stallzelten musste Platz für 140 Pferde geschaffen werden – sie fühlten sich sichtlich wohl. FOTO: Michael Helbig
(hil)