Von Ina Matthes

Er wollte das Schöne suchen. 1948 hat der Verleger Kurt Ganske das Magazin „Merian“ gegründet. Heute ist es Deutschlands ältestes Reisemagazin. Gerade hat der Verlag eine Ausgabe zu Brandenburg vorgelegt, die am Donnerstag erscheint. Es ist der zweite Merian Brandenburg – nach fast 30 Jahren. Der Vorgänger erschien 1990.

Auf 140 Seiten stellt Merian nun erneut das Reiseland Brandenburg vor. Brandenburgs Wirtschafts-Staatssekretär Hendrik Fischer verspricht sich davon eine gute Werbung. „Seit fast 15 Jahren verzeichnet Brandenburg kontinuierlich wachsende Tourismuszahlen, das ist einzigartig in Ostdeutschland.“ 2018 war ein Rekordjahr mit mehr als 13,5 Millionen Übernachtungen und fünf Millionen Gästen. Viele zieht es in die Landeshauptstadt Potsdam. Die hat wie schon 1990 ihren Platz im Heft – dieses Mal ein Kapitel, das Besucher wie einen eigenen kleinen Reiseführer nutzen können. Der Merian ist aber mehr als das – er hat mit Hochglanz-Bildern renommierter Fotografen einen ästhetischen und auch einen literarischen Anspruch.

Die Schriftstellerin Juli Zeh und der Liedermacher Rainald Grebe erzählen über ihr Leben in Brandenburg. Buchpreisträger Saša Stanišic widmet eine Kolumne der Uckermark. Diese Region ist ebenso vertreten wie Beelitz, der Spreewald, das Havelland, Frankfurt (Oder). Merian-Redakteurin Tinka Dippel hat auf einer Hausboottour die Seen zwischen Seddin- und Scharmützel-See entdeckt und darüber eine Reportage geschrieben. Sie habe die Größe des Landes und seine Vielfalt beeindruckt.

Es gehe der Redaktion aber nicht darum, nur die Schönheit zu zeigen. Der Merian sei „immer auch ein Zeitdokument“, sagt sie. „Wir wollen auch die Brüche zeigen.“ Dafür steht beispielsweise Cottbus, eine Stadt, die 2018 durch eine Welle von Ausländerfeindlichkeit Schlagzeilen machte. Merian stellt sie unter dem Titel „Überrascht von Cottbus“ vor. „Cottbus offenbart sich nicht auf den ersten Blick“, sagt Tinka Dippel. Es sei dort viel Sympathie der Menschen für ihre Stadt zu spüren. Beeindruckt haben sie vor allem das Theater und das Dieselkraftwerk als Kunstort.