August 1928 in Kontopp im Kreis Grünberg Geborene war der Sohn eines Pfarrers, verbrachte seine Schulzeit in Prittag und Breslau und fand im Jahr 1945 mit der Familie Zuflucht in Oberstdorf im Allgäu. Er studierte Theologie in Erlangen, Heidelberg und Marburg. Zunächst in Westberlin als Vikar tätig, war er in den Jahren 1953 bis 1960 Vikar in der Gemeinde Dissen und gleichzeitig Studentenpfarrer in Cottbus. Im Jahr 1954 wurde er ordiniert. In den Jahren 1960 bis 1974 war Richter Superintendent in Seelow und 1974 bis 1982 in gleichem Amt im Kreis Oberspree/Köpenick. Von 1982 bis 1993 stand er als Generalsuperintendent den Kirchgemeinden in und um Cottbus vor. Im Jahr 1988 wurde er mit viel Verständnis für die sorbische Kultur Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Wendischer Gottesdienst", die 1989 als kirchlicher Arbeitskreis der evangelischen Kirche Berlin/Brandenburg anerkannt wurde.
In der Wendezeit 1989/90 erwarb sich Reinhardt Richter dank seiner Vermittlungskunst Verdienste als Moderator des Runden Tisches des Bezirkes Cottbus. Im Jahr 1990 war er als Wahlkreisleiter bei den Märzwahlen eingesetzt. 1991 wurde er zum Vorsitzenden des Fördervereins der BTU berufen. Im Jahr 1994 war er Mitgründer des Fördervereins für die wendische Sprache in der Kirche. (hhk)