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| 13:00 Uhr

Verwaltungsstellen fürs Revier
Regierung verlagert Jobs in die Lausitz

 Gute Aussichten. Die Knappschaft Bahn-See will ihr Personal in der Lausitz aufstocken.
Gute Aussichten. Die Knappschaft Bahn-See will ihr Personal in der Lausitz aufstocken. FOTO: Frank Hilbert
Berlin/Cottbus. Knappschaft-Bahn-See soll in Cottbus Milliarden aus dem Europäischen Sozialfonds verwalten Von Jan Siegel

Das Bundeskabinett in Berlin hat bei seiner Sitzung am Mittwochvormittag die Weichen gestellt für die Ansiedlung neuer Arbeitsplätze in der Lausitz. Konkret geht es mittelfristig um rund 140 neue Stellen bei der Knappschaft Bahn-See in Cottbus. Dort soll in den kommenden eineinhalb Jahren ein neuer Arbeitsbereich aufgebaut werden, der sich mit der Verwaltung, Vergabe und Überprüfung der Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) beschäftigt.

Bei dem Fonds handelt es sich um einen der potentesten europäischen Geldfonds zur Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsförderung. In der auslaufenden Förderperiode von 2014 bis 2020 hat der ESF immerhin rund 80 Milliarden Euro verwaltet. Auf Deutschland entfielen dabei rund 7,5 Milliarden Euro.

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch nun einen Gesetzentwurf passieren lassen, mit dem die Knappschaft Bahn-See ermächtigt werden soll, den ESF-Verwaltungsauftrag für das Bundesarbeitsministerium von Hubertus Heil (SPD) ab dem Jahr 2021 zu übernehmen. Verwaltet werden die Mittel bisher vom Bundesverwaltungsamt in Köln.

„Das ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung, dem aber weitere folgen müssen“, sagte der Lausitzer Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese (SPD) der RUNDSCHAU in einer ersten Reaktion am Mittwoch. Dabei denkt Freese perspektivisch an eine komplette Verlegung Minijob-Zentrale mit ihren rund 1400 Beschäftigten in die Lausitz. Derzeit beschäftigt die Knappschaft in der Minijob-Zentrale in Cottbus rund 800 Menschen. Die Führungskräfte und hunderte weitere Beschäftigte arbeiten derzeit in Gelsenkirchen und Bochum.

Auch der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) freute sich am Mittwoch über die Ankündigung aus Berlin. Das zeige, dass der Behördenstandort Cottbus attraktiv sei. Kelch aber wünscht sich mehr Beschäftigung im Produktiv-Bereich. „Der Anfang ist gemacht“, sagte Holger Kelch. „Bis aber ein Ausgleich für die Tausenden Stellen der Kohle- und Energiewirtschaft erreicht ist, liegt noch ein weiter Weg vor uns, der nur gemeinsam mit der Bundes- und Landesregierung beschritten werden kann“, sagte Kelch.