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| 08:25 Uhr

Rechtsradikale ziehen durch Cottbuser Innenstadt

An so manchem Tag sind zwar in der Spremberger Straße nur wenige Passanten zu sehen, dennoch haben einige Cottbuser Angst vor leer stehenden Geschäften in "ihrer Sprem", sollte das neue Einkaufszentrum in der Stadtpromenade gebaut werden.
An so manchem Tag sind zwar in der Spremberger Straße nur wenige Passanten zu sehen, dennoch haben einige Cottbuser Angst vor leer stehenden Geschäften in "ihrer Sprem", sollte das neue Einkaufszentrum in der Stadtpromenade gebaut werden. FOTO: Stephan Meyer
Cottbus. Rund 100 vermummte offensichtlich Rechtsradikale sind nach Polizeiangaben Freitagnacht unangemeldet durch die Cottbuser Innenstadt gezogen. Sie grölten "Cottbus Nafrifrei" und "Widerstand". Zur Klärung des Vorfalls bildet der Staatsschutz eine Ermittlungsgruppe. Die Polizei will mehr Präsenz zeigen. Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) verurteilte die Demonstration. Peggy Kompalla

Gespenstische Szenen in der Cottbuser Innenstadt: Freitagnacht zogen rund 100 Vermummte und zumeist schwarz gekleidete Menschen mit Bengalofeuern durch die Sprem. Dabei grölten sie unter anderem "Cottbus Nafrifrei" und "Widerstand". Sie trugen ein Banner mit der Aufschrift "Verteidigt Cottbus!" Die Polizei erfuhr von dem Aufmarsch nach eigenen Angaben durch Notrufe der Anwohner. Polizeisprecherin Ines Filohn dazu: "Als die Kollegen vor Ort waren, hatte sich die Demo bereits aufgelöst." Es muss sich demnach um einen kurzen Auftritt gehandelt haben. Bei der Überprüfung des Bereichs konnte die Polizei nach eigenen Angaben drei Personen feststellen, die als Rechtsradikale bekannt sind. Der Staatsschutz wird eine Ermittlungsgruppe bilden. Die Polizei will präsenter sein.

Oberbürgermeister Holger Kelch veruteilte die Demonstration der offensichtlich Rechtsextremen: "Solche Leute sollen nicht das Bild von Cottbus bestimmen", erklärte er. Es sei bislang in Cottbus gelungen, den sozialen Frieden zu wahren. Das solle so bleiben. Mit der Demo und Flugblättern werde versucht, Angst zu schüren und Hass zu entfachen. Das Stadtoberhapt warnt, dass alle demokratischen Kräfte auf weitere solche Aktionen gefasst sein müssten im Zusammenhang mit der Verhandlung des Bundesverfassungsgerichtes zur NPD und dem 15. Februar. An dem Tag wurde im Jahr 1945 die Stadt Cottbus bombardiert. Das Datum nutzen Rechtsextreme seit Jahren immer wieder, um ihre Meinung auf die Straße zu tragen. Holger Kelch begrüßte, dass der Staatssschutz Ermittlungen aufgenommen hat.

Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Geschehen, den flüchtenden Tatverdächtigen, insbesondere zu deren Fahrzeugen und Kennzeichen geben können, werden gebeten, sich an die Polizei in Cottbus unter der Telefonnummer: 0355 4937 1227 oder jeder anderen Polizeidienststelle zu wenden.