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Sturm Xavier
RE2 fällt bis Montag aus - Ersatzverkehr mit Bussen

„Zug fällt aus“ steht am Samstag in Berlin auf der Anzeigetafel im Hauptbahnhof. Zahlreiche Zugausfälle auf den Hauptstrecken machen Pendlern und Fernreisenden das Leben weiter schwer. Auch zwei Tage nach Sturmtief „Xavier“ mussten sie mit gestrichenen Verbindungen, erheblichen Verspätungen und langen Wartezeiten rechnen.
„Zug fällt aus“ steht am Samstag in Berlin auf der Anzeigetafel im Hauptbahnhof. Zahlreiche Zugausfälle auf den Hauptstrecken machen Pendlern und Fernreisenden das Leben weiter schwer. Auch zwei Tage nach Sturmtief „Xavier“ mussten sie mit gestrichenen Verbindungen, erheblichen Verspätungen und langen Wartezeiten rechnen. FOTO: Maurizio Gambarini / dpa
Cottbus. Sturmtief „Xavier“ hat den Bahnverkehr in der Lausitz hart getroffen. Beim RE2 von Cottbus nach Berlin ist auch am Wochenende keine Besserung in Sicht. Fahrgäste müssen auf Busse ausweichen. Von Bodo Baumert

Es hatte sich am Freitag schon abgezeichnet, nun herrscht Gewissheit. Bahnreisende von Cottbus nach Berlin werden bis mindestens Montag mit Ersatzverkehr vorlieb nehmen müssen. Die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (Odeg), die den RE2 betreibt, hat am Samstagmorgen ihre Hinweise zur Strecke aktualisiert. „Zwischen Cottbus und Königs Wusterhausen besteht Ersatzverkehr mit Bussen. Bitte beachten Sie, dass die Busse mit erheblich eingeschränkter Kapazität verkehren. Zwischen Wittenberge und Schwerin HBF ist derzeit leider kein Ersatzverkehr möglich.“

Grund für die Störung sind die Auswirkungen des Sturmtiefs „Xavier“, das am Donnerstagabend nicht nur Bäume sondern ganze Oberleitungsmasten aus der Verankerung gerissen und auf die Schienen stürzen gelassen hat. Diese Schäden zu beseitigen, dauert entsprechend lange. „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten und bitten um Entschuldigung“, schreibt die Odeg.

Die Deutsche Bahn ist ebenfalls betroffen. Dort hofft man, dass die Aufräumarbeiten größtenteils Anfang der Woche abgeschlossen sein werden. „Das Problem ist, dass Bäume teilweise durch das nasse Erdreich nachkippen und wir dadurch erneut mit der Kettensäge ranmüssen. Wir arbeiten mit Hochdruck, aber es gibt Unwägbarkeiten. Darum ist eine genaue Prognose leider derzeit noch nicht möglich“, sagte eine Sprecherin am Samstag.

Mehrere Hundert Mitarbeiter seien in den betroffenen Regionen im Einsatz, die Bahn habe schweres Gerät und Mitarbeiter bundesweit zu den Einsatzorten gebracht. Zudem werde auch die Nacht über durchgearbeitet.

„An mehreren hundert Stellen versperren Bäume, Äste und Dutzende umgeknickte Masten für Signale und Oberleitungen die Gleise“, hatte die Bahn zuvor bereits in einer Mitteilung erklärt.

Betroffen ist auch nach wie vor der Fernverkehr. Die Strecke Hamburg-Berlin werde erst am Montag wieder befahrbar sein. Den Reisenden werde eine Umleitung über Uelzen und Stendal angeboten. „Es gibt eine Fahrzeitverlängerung von ungefähr 60 Minuten“, sagte die Sprecherin weiter.

Reisende mit Zielen in Süd- und Westdeutschland von Berlin aus werden von der Bahn zunächst über Jüterbog nach Leipzig umgeleitet. Von dort fahren Züge weiter über Erfurt und Fulda nach West- und Süddeutschland. Alle Verbindungen könnten aber nicht umgeleitet werden, sagte eine Sprecherin am Samstagmittag. Die Strecke nach Leipzig war auf einem Abschnitt nur eingleisig, weshalb Züge dort mit verringerter Geschwindigkeit fuhren. Fahrgäste nach Norddeutschland sollten teilweise über Stendal und Uelzen umgeleitet werden.

Die Bahn bat ihre Kunden, ihre Reisen falls möglich zu verschieben. Die Tickets sollten für die gebuchten Verbindungen bis zum 15. Oktober gültig bleiben. Alternativ könnten Kunden ihre Tickets kostenlos stornieren - auch die Spartickets, für die sonst hohe Stornogebühren anfallen. Die Bahn werde sich kulant und unbürokratisch verhalten, versprach die Sprecherin.