| 02:36 Uhr

RE 2-Bürgerinitiativen: "Wir fühlen uns getäuscht"

Bahnhof am Tropf: Immer wieder stellen Spreewälder Protestaktionen für den Bahnhalt in Raddusch auf die Beine. In Raddusch befinden sich die Slawenburg und der Sitz des Tourismusverbandes Spreewald.
Bahnhof am Tropf: Immer wieder stellen Spreewälder Protestaktionen für den Bahnhalt in Raddusch auf die Beine. In Raddusch befinden sich die Slawenburg und der Sitz des Tourismusverbandes Spreewald. FOTO: P. Becker/peb1
Cottbus. Die Bürgerinitiativen "Haltepunkte Kolkwitz, Kunersdorf und Raddusch" zeigen sich tief enttäuscht von der Sitzung des Infrastrukturausschusses im Landtag in der Vorwoche. Wie die Initiativen, die seit anderthalb Jahren gegen die weitere Abkopplung der drei Lausitz-Halte eintreten, mitteilen, fühlen sie sich von Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) "getäuscht und hintergangen". Christian Taubert

Entgegen der im Jahr 2015 vor Ort gemachten Aussage, dass die Bürger zwei Jahre mit einem Provisorium leben müssen, beruhe das jetzt angeblich auf nicht richtig "herübergebrachter Kommunikation". Dabei waren alle Seiten bisher davon ausgegangen, dass es eine Wiederanbindung der drei Halte an den RE 2 geben wird.

Davon sei nun keine Rede mehr. Für die Ministerin soll ein Spreewald-Zug zwischen Cottbus und Lübben - im Zwei-Stunden-Takt - die Lösung sein. Dieser Zug mit Anschluss an die RB 24 benötigt 40 Minuten länger nach Berlin.

Nach Einschätzung der Bürgerinitiativen (BI) ist das inakzeptabel. "Die Ministerin beabsichtigt sogar, den Schienenersatzverkehr vollständig einzustellen und hat die Pendler aufgefordert, mit eigenen Pkw zum für sie wichtigen RE 2 zu kommen." Dies sei faktisch eine Kampfansage an die Berufspendler und an eigene theoretische Konzeptionen zur gleichberechtigten Entwicklung der berlinfernen Region, heißt es.

Kathrin Schneider begründe ihre Entscheidung mit der größeren Pünktlichkeit des RE 2 seit der Reduzierung der Haltepunkte. Dieser Auffassung sei aber mehrfach durch Nutzer des Zuges widersprochen worden. Die BI befürchten, dass hier auf Kosten der Berufspendler "ein Exempel statuiert werden soll". Ihnen werde zugemutet, 40 Minuten länger nach Berlin zu benötigen. "Diesen Rückschritt in der Bahnanbindung lehnen wir ab", betonen die Bürgerinitiativen.

Aus Sicht der BI bietet das von der Stadt Vetschau und der Großgemeinde Kolkwitz in Auftrag gegebene und vorgestellte Gutachten eine gangbare Lösung für den RE 2. Darin wird eine Aufsplittung der längste RE-Strecke Brandenburgs in einen Südabschnitt Cottbus - Berlin-Charlottenburg und einen Nordwestabschnitt Wismar - Berlin-Ostbahnhof vorgeschlagen. Die Ministerin hat im Landtag zugesagt, die Studie zu prüfen und zu bewerten.