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| 16:35 Uhr

Bauarbeiten und Störung im Bahnverkehr
Noch längere Bahnsperrung zwischen Cottbus und Calau

 Die Bahnlinie zwischen Cottbus und Calau wird für über zwei Monate gesperrt (Symbolfoto).
Die Bahnlinie zwischen Cottbus und Calau wird für über zwei Monate gesperrt (Symbolfoto). FOTO: Frank Hilbert
Cottbus/Potsdam. Die Bahnlinien RE 10 und RB 43 zwischen Cottbus und Calau werden länger gesperrt als bisher geplant. Besonders für eingeschränkt bewegliche Bahnfahrende ist der erzwungene Umstieg in Calau ein Problem. Von Daniel Roßbach

Die Sperrung des Zugverkehrs zwischen Calau und Cottbus, und damit die Unterbrechung der Verbindung nach Leipzig, dauert noch länger als ursprünglich angekündigt. Die ursprünglich für September und Oktober angekündigten Bauarbeiten werden jetzt nach Angaben der Brandenburger Infrastruktur-Ministerin Kathrin Schneider noch bis zum 4. November dauern.

Wegen der Arbeiten fahren die Bahnlinien RE 10 und RB 43 nicht zwischen Calau und Cottbus, sondern wird dort ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Verlängerte Frist für Bauarbeiten zwischen Calau und Cottbus

In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage von mehreren CDU-Abgeordneten erklärt das Ministerium die längere Bauphase damit, dass „die technologischen Bedingungen zur Aushärtung des Betons neu bewertet werden mussten.“ In der Online-Fahrplanauskunft der Bahn ist diese Verlängerung der Maßnahmen noch nicht vermerkt.

Welche Arbeiten dabei vorgenommen werden sollen, berichtete die RUNDSCHAU bereits vor einigen Wochen. Die Vollsperrung sei unvermeidlich, weil der Überbau der Brücke über das Greifenhainer Fließ in Krieschow, über die beide Gleise verlaufen, entfernt und ersetzt werde.

1500 Menschen von Bahnsperrung betroffen

Die Züge in dem betroffenen Abschnitt nutzen der Antwort des Ministeriums zufolge unter der Woche täglich 1500 Menschen, am Wochende 900 Bahnreisende am Tag. Sie alle müssen sich auf 20 bis 25 Minuten längere Fahrtzeiten einstellen. Das gilt umso mehr, wenn man in Cottbus in Züge Richtung Berlin umsteigen will: Dort wird erst ein späterer Anschlusszug erreicht.

Die Maßnahmen bedeuten außerdem zum Beispiel, dass die Zugverbindung von Cottbus nach Finsterwalde in etwa genau so lange dauert, wie eine Autofahrt zwischen den Städten. In der Regel ist der Schienenverkehr hier deutlich schneller.

Umstieg in Calau ein Problem für eingeschränkt mobile Menschen

Besonders für Menschen, die sich nicht uneingeschränkt bewegen können, ist der erzwungene Umstieg in Calau ein Problem. Denn der Bahnhof dort ist nicht barrierefrei. Das bedeutet, dass Menschen mit entsprechenden Behinderungen den Empfehlungen der Bahn zu Folge in Richtung Leipzig über Ruhland oder Falkenburg fahren sollen. Das bedeutet, dass sich für diese Menschen die Fahrzeit auf dieser Strecke um noch 30 bis 40 Minuten mehr verlängert.

Und mobilitäts-eingeschränkte Reisende, die etwa nach Finsterwalde fahren möchten und die diese Alternative nicht an ihr Ziel bringt, sind auf eigens zu bestellende rollstuhlgerechte Fahrzeuge der „Mobilitätsservice-Zentrale“ der Bahn (MSZ) angewiesen.

Langfristige Pläne, eingeschränkte Informationen

Darüber hinaus gehen neben längeren Fahrtzeiten gehen mit dem Schienenersatzverkehr aber auch andere Einschränkungen einher. In den ersatzweise eingesetzten Bussen ist nur eingeschränkt Platz, um Fahrräder, Rollstühle oder Kinderwagen zu transportieren. Die beiden letztgenannten haben dabei Vorrang.

Dem Ministerium zu Folge wurden die Bauarbeiten bereits 2017 geplant und auf einer Informationsveranstaltung im Mai 2018 in Lübben öffentlich gemacht. In den vergangenen Wochen waren sie für Reisende nur durch Fußnoten im Online-Fahrplan der Bahn sichtbar.

Abgeordneter kritisiert fehlenden finanziellen Ausgleich

Der Landtagsabgeordnete Rainer Genilke (Elbe-Elster, CDU), der die anfrage mit-formuliert hat, kommentiert die Maßnahmen kritisch: Nur wenn „die gesamte Trasse zwischen Cottbus und Leipzig saniert würde, wäre eine Beschleunigung nach Instandsetzung möglich und auch die Fernverkehre in Leipzig aus unserer Region vertaktet erreichbar. Derzeit kommen wir außer Takt und verschenken etwa 45 Minuten auf dem Leipziger Hauptbahnhof.“ Genilke fordert außerdem einen Ausgleich für die Verschlechterung: „Gerade für die Pendler, wäre ein finanzieller Ausgleich vertretbar gewesen.“ Die Bahn hatte einen solchen Ausgleich ausgeschlossen.