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| 16:45 Uhr

Astro-Highlight
Raus aufs Feld zur Jahrhundert-Finsternis

Im 21. Jahrhundert wird es 85 totale Mondfinsternisse geben. Keine von ihnen dauert so lange wie die am Freitag.
Im 21. Jahrhundert wird es 85 totale Mondfinsternisse geben. Keine von ihnen dauert so lange wie die am Freitag. FOTO: Matthias Hiekel
Cottbus. Sebastian Thiele vom Cottbuser Planetarium gibt Tipps, wie man am Freitag den Blutmond und einen roten Mars beobachten kann. Von Andrea Hilscher

Am bevorstehenden Freitag ist es soweit: Über Deutschland kommt es zu einer „Jahrhundert-Mondfinsternis“, die auch von Cottbus aus gut zu beobachten ist – wenn das Wetter mitspielt.

Sebastian Thiele, technischer Leiter des Planetariums, erklärt: „Exakt um 20.51 Uhr geht der Mond am 27. Juli über Cottbus auf. Um 21.30 Uhr beginnt die totale Phase, der Mond liegt komplett im Schatten der Erde.“

In der Phase der totalen Finsternis erscheint der Mond schwach dunkelrot leuchtend – denn nicht das gesamte Licht der Sonne wird von der Erde abgeschirmt. Experten sprechen von einem langwelligen Licht, das sich gleichsam um die Erde biegt und den Mond dunkelrot erscheinen lässt. Deshalb wird dieses Phänomen auch Blutmond genannt.

1,45 Stunden später ist die totale Mondfinsternis beendet. Übertroffen wird diese Dauer erst am 9. Juni 2123 wieder – um zwei Minuten. Das Himmelsspektakel ist in seiner Dauer ausgesprochen ungewöhnlich.  Sebastian Thiele empfiehlt allen Mondguckern, sich einen Standpunkt auf freiem Feld zu suchen. „Der Mond steht derzeit sehr flach, nur etwa zehn Grad über dem Horizont.“ Häuser oder hohe Bäume könnten ihn schnell verdecken. Das Gucken lohnt sich, denn in dieser Nacht kommt der rote Planet Mars der Erde so nahe wie selten. Etwas südlich des verfinsterten Vollmondes wird zeitgleich der Mars in einem rötlichen Licht erstrahlen und der Sonne genau gegenüberstehen. Astronomen sprechen hier von Oppositionsstellung. Weil der Mars soweit südlich steht, sorgt die Erdatmosphäre für eine zusätzliche Rotfärbung – ähnlich wie Sonne und Mond bei Auf- und Untergang rötlich verfärbt erscheinen. Der Mars ist weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Anders als diese braucht er auf seiner Bahn nicht ein, sondern fast zwei Jahre, um die Sonne zu umrunden. Der Abstand vom Mars zur Sonne schwankt erheblich: An seinem sonnenfernsten Punkt ist er rund 250 Millionen Kilometer entfernt, am sonnennächsten nur etwas mehr als 200 Millionen Kilometer.

Wenn der Mars der Sonne nahe steht und ihn die Erde auf der Innenbahn überholt, ist er am Himmel besonders hell und vergleichsweise groß zu sehen. Zu dieser speziellen Konstellation kommt es im Durchschnitt aber nur alle 15 Jahre, zuletzt 2003. Am 27. Juli ist der Mars nur etwa 58 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.