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| 14:01 Uhr

Rathaussturm in Cottbus
OB Holger Kelch wäre lieber Sportlehrer

Nach der Schlüsselübergabe musste sich  Oberbürgermeister Holger Kelch gleich sportlich betätigen.
Nach der Schlüsselübergabe musste sich Oberbürgermeister Holger Kelch gleich sportlich betätigen. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Cottbus hat zum ersten Mal eine Prinzessin aus der Partnerstadt Zielona Gora. So übergab Oberbürgermeister Holger Kelch beim traditionellen Rathaussturm am 11.11. um 11.11 Uhr  den Rathausschlüssel an das Prinzenpaar des Vereins Cottbuser Narrenweiber (VCN) Piotr I und Justyna. Von Michael Helbig

Oberbürgermeister Holger Kelch und Dezernent Thomas Bergner hatten am Samstag extra eine Sonderschicht im Rathaus eingelegt. So konnten sie  von den Cottbuser Närrinnen und Narren pünktlich um 11.11. Uhr aus dem Rathaus geholt werden, um  den Rathausschlüssel an das Prinzenpaar des Vereins Cottbuser Narrenweiber (VCN) Piotr I und Justyna I (erstmals aus der Partnerstadt Zielona Gora) übergeben zu können. Und schon musste sich der Oberbürgermeister sportlich betätigen. Samantha vom Verein Kinder Karneval Cottbus (KiKAC) holte den OB kurzerhand nach vorn und gab ein kurzes Kommando. „Reihen Sie sich ein und tanzen Sie mit uns“, forderte sie den Oberbürgermeister auf. Dieser ließ sich das nicht zweimal sagen. Klar, dass Holger Kelch die Trainingseinheit mit Bravour meisterte und am Ende so begeistert war, dass er ausrief: „In meinem nächsten Leben werde ich Sportlehrer.“

Doch bis es soweit ist, trägt er mit seinem Rathausteam noch die Verantwortung für die Geschicke der Stadt Cottbus. Denn während Thomas Bergner dem allgemeinen Fachkräftemangel als „Zimmermädchen“ mit weißem Schürzchen begegnete und zur Freude des Publikums geschwind eine Bettdecke bezog, bekam Oberbürgermeister Holger Kelch vom VCN eine Urkunde als Sieger im Wettbewerb für „Jahrzehnte langes Nichtbauen“ überreicht. Platz drei habe die Elbphilharmonie, die ja inzwischen fertig sei, belegt, Platz zwei gehe an den BER, der vielleicht einmal fertig werde und Platz eins gehe an – wie könne es anders sein – an den zweiten Bauabschnitt des Carl-Blechen-Carrés in Cottbus, verkündete Moderatorin Marion Hirche augenzwinkernd.  Es gebe also noch viel zu tun in der Stadt, und sie gab der Rathausspitze mit einer liebevoll gestalteten Tafel, auf der Kinder ihre Vorschläge wie zum Beispiel Spielplätze und Klettergerüste für die Nutzung der Brache in der Stadtpromenade aufgemalt hatten, mit auf den Weg.

Doch zunächst wolle man fröhlich die fünfte Jahreszeit feiern, und einen Vorgeschmack gab es bereits am Samstag beim rund einstündigen Rathaussturm. Während sich die einzelnen Prinzenpaare der Vereine für die Session 2017/2018 vorstellten – noch am Morgen war Prinz Leon I. (8) vom Verein Cottbuser Karneval proklamiert worden, so dass der VCK nunmehr mit Leon I.  und Lotta I.  auch ein komplettes Kinderprinzenpaar hat – zeigten die einzelnen Vereine mit ihren Funkengarden Ausschnitte aus ihren aktuellen Programmen. Auch Funkenmariechen Lena vom VCK zeigte ihren neuesten Mariechentanz und begeisterte die Besucher. Zu ihnen gehörten Jens Behla aus Berlin mit seiner Tochter Leonie (5): „Wir sind gerade in Cottbus zu Besuch und haben gleich die Gelegenheit genutzt, zum Karnevalsauftakt hierher zu kommen“. Auch Franziska Seidler aus Kolkwitz war mit ihrer Tochter Mirabell (5) auf den Neumarkt gekommen. „Es ist schön, wenn immer wieder mal etwas los ist in der Stadt, und meine Tochter mag den Karneval“, erzählte sie, während die Karnevalisten und viele Besucher am Ende des diesjährigen Rathaussturms zur Abschluss-Polonaise noch einmal fröhlich auf dem Cottbuser Neumarkt tanzten.

Die Majestäten, so auch das Kinderprinzenpaar VCK Prinz Leon I. und Lotta I. ließen sich vom närrischen Volk feiern.
Die Majestäten, so auch das Kinderprinzenpaar VCK Prinz Leon I. und Lotta I. ließen sich vom närrischen Volk feiern. FOTO: Michael Helbig
Die Zuschauer am Cottbuser Rathaus waren am Samstag schnell von der Fröhlichkeit angesteckt.
Die Zuschauer am Cottbuser Rathaus waren am Samstag schnell von der Fröhlichkeit angesteckt. FOTO: Michael Helbig
Um den närrischen Nachwuchs muss  sich  Cottbus offensichtlich keine Sorgen machen.
Um den närrischen Nachwuchs muss sich Cottbus offensichtlich keine Sorgen machen. FOTO: Michael Helbig