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| 14:12 Uhr

Rassegeflügel-Ausstellungen
Züchter-Tourismus von Schau zu Schau

Bürgermeister Fritz Handrow (M.) übergab die Pokale bei der Vereinsschau der Kolkwitzer Kleintierzüchter – auch an Eckhard Eichhorn und Sylvia Konzack.
Bürgermeister Fritz Handrow (M.) übergab die Pokale bei der Vereinsschau der Kolkwitzer Kleintierzüchter – auch an Eckhard Eichhorn und Sylvia Konzack. FOTO: Marion Hirche
Cottbus/Peitz/Kolkwitz. Freunde von Rassegeflügel und Rassekaninchen hatten es am Wochenende nicht leicht. Drei interessante Ausstellungen lockten mit sehr guten Zuchttieren und vielen Informationen nach Sachsendorf, Kolkwitz und Peitz. Von Marion Hirche

Viele besuchten deshalb gleich alle drei Ausstellungen: die Rassegeflügel- und Kaninchenschau der Peitzer Kleintierzüchter, des Kolkwitzer Kleintierzuchtvereines sowie die  Schau des Kreisverbandes Cottbus-Spree/Neiße mit angeschlossener Sonderschau „Deutsche Schautauben“ der Gruppe Spreewald und mit der offenen Vereins-Kaninchenschau des Kleintierzuchtvereines Gallinchen. In Peitz waren 167, in Kolkwitz 279 und in Cottbus 737 Tiere zu sehen.

Auch Familie Blümel aus Cottbus gehörte zu den Kleintierzucht-Touristen. „Wir suchen einen Erpel für unsere Laufenten und gucken an allen drei Orten“, sagte Toni Blümel. Nach Peitz und Kolkwitz wurden die Cottbuser schießlich in Sachsendorf fündig: Der Kunersdorfer Vorsitzende des Kreisverbandes Rassegeflügel, Hartmut Petrick, verkaufte ihnen einen Laufentenerpel.

Viel Freude gab es auch bei den mehr als 100 Züchtern an allen drei Orten. In Kolkwitz wurde gleich neunmal das Prädikat „Vorzüglich“ vergeben. 20-mal gab es die höchste Wertung in Cottbus und zweimal in Peitz. „Wir freuen uns über das gute Niveau der Ausstellung, was nach der Stallpflicht im Frühjahr und nach der Kaninchenkrankheit so nicht zu erwarten war. Bei uns ist vor allem die Entwicklung bei den großen Hühnern und beim Wassergeflügel bemerkenswert“, resümierte der Ausstellungsleiter Geflügel in Cottbus, Hans Debarry.

Große Hühner präsentierte auch Edith Konzack in der Kreisschau. Sie ist  Mitglied des Gallinchener Kleintierzuchtvereins und stellte unter anderem. Vorwerkhühner aus. 1992 folgte die heute 73-Jährige ihrem Mann Hans-Joachim in den Verein. „Mein Mann war Fernfahrer, und da musste ich meist seine Tiere füttern. So habe ich dann auch begonnen zu züchten“, erzählt die Groß Oßnigerin. Sie freut sich, dass es jetzt im Verein mehrer aktive Züchterinnen gibt: „Die Frauen aus Madlow sind große Klasse“. Vor drei Jahren hat sie noch Zwerg-Orloff-Hühner schwarz-weiß gescheckt in ihre Zuchtgemeinschaft aufgenommen und jetzt mit ausgestellt. Über das Prädikat „Sehr gut“ kam sie mit keinem ihrer Tiere hinaus – das ist ihr zu wenig nach den Erfolgen der Vorjahre. Ins Ausstellungsgeschehen hat sich wie all die Jahre zuvor wieder aktiv eingebracht. Zusammen mit Hannelore Debarry hat sie die Tombola organisiert, gemeinsam haben sie die wunderbare Ausgestaltung der Sachsendorfer Schau kreiert.

In Cottbus gehörten einige Besonderheiten zur Schau: Das Eichhörnchengehege und die Eierausstellung vom XXS-Zebrafinken-Ei bis zum XXL-Exemplar vom Strauß sowie die Bildersammlung von seltenem Rassegeflügel von Hans Debarry wurden von den Besuchern ebenso wohlwollend wahrgenommen, wie die Voliere mit einem Königsfasan oder auch Guineatauben von Willi Schenker aus Willmersdorf.

Zum Thema Wassergeflügel trägt in Peitz seit einigen Jahren auch Kerstin Zimmer bei. Sie ist eine der beiden Züchterinnen im 18 Mitglieder zählenden Peitzer Kleintierzuchtverein, die sich bei ihrer aktuellen Ausstellung in neuen blauen T-Shirts präsentierten. Kerstin Zimmer ist in Drachhausen zu Hause. 2006 hat sie sich die ersten Hühner aus einer Legebatterie geholt. Dann wurde sie vom Züchtervirus infiziert, entdeckte Laufenten, dann die großen Brahma-Hühner. Darauf folgten die Emdener Gänse. „Das sind meine Tiere“, schwärmt die 50-Jährige. Emdener Gänse gibt es schon seitdem 13. Jahrhundert, heute sind sie stark gefährdet, stehen auf der Roten Liste. Bei ihr haben die großen Gänse mit dem Schwanenhals viel Platz: Für jeweils drei Tiere steht ein 18 Quadratmeter großer Stall bereit. Im Auslauf gibt es viele Bademuscheln. Besonders stolz ist Kerstin Zimmer, dass sie mit Gans Nummer acht das Prädikat „Hervorragend“ holte und dafür einen Kreisverbandsehrenpreis erhielt.

Anerkennung zollt ihr auch Siegfried Ackermann. Der 62-jährige Peitzer hat nicht nur in seiner Heimatstadt vier seiner Bielefelder Kennhühner gezeigt, sondern sechs weitere auch in Sachsendorf vorgestellt.

In Kolkwitz zeigten Sylvia und Andreas Jakob 25 Tiere. Die Schmellwitzer ergänzen sich gut. „Mein Mann arbeitet auf Montage, da bin ich für unsere Hühner und Tauben da“. Sie gehören seit sechs Jahren zum Kolkwitzer Verein. Das Züchterehepaar präsentierte New Hampshire, Holländische Zwerghühner und Indischen Pfautauben im Schauareal der alten Kolkwitzer Turnhalle. Beide haben ihr Hobby an Sohn Steffen weitergegeben. Er ist Jäger, Angler, Aushilfsfischer und züchtet Tauben.

Leider eher eine Seltenheit. Der Nachwuchsmangel wurde auch am Wochenende wieder deutlich – in Kolkwitz und Peitz stellten gar keine Nachwuchszüchter aus.

Siegfried Ackermann und Kerstin Zimmer sind wichtige Stützen des Kleintierzuchtvereines Peitz. Beide zeigten dort bei der Vereinsschau am Wochenende Bielefelder Kennhühner und Emdener Gänse.
Siegfried Ackermann und Kerstin Zimmer sind wichtige Stützen des Kleintierzuchtvereines Peitz. Beide zeigten dort bei der Vereinsschau am Wochenende Bielefelder Kennhühner und Emdener Gänse. FOTO: Marion Hirche
Edith Konzack ( l.) und Hannelore Debarry zeigen hier Tiere, die sie am Wochenende bei der Kreis-Rassegeflügelschau in Sachsendorf vorgestellt haben.
Edith Konzack ( l.) und Hannelore Debarry zeigen hier Tiere, die sie am Wochenende bei der Kreis-Rassegeflügelschau in Sachsendorf vorgestellt haben. FOTO: Marion Hirche