ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:59 Uhr

Baustart für Kaimauer
Rammschlag am Cottbuser Ostsee

Anhand des Entwurfs der Hamburger Büros fehlig & moshfeghi architekten und Gartenlabor Landschaftsarchitektur Bruns soll sich das Hafenquartier entwickeln.  Grafik: fehlig & moshfeghi architekten
Anhand des Entwurfs der Hamburger Büros fehlig & moshfeghi architekten und Gartenlabor Landschaftsarchitektur Bruns soll sich das Hafenquartier entwickeln. Grafik: fehlig & moshfeghi architekten FOTO: fehlig & moshfeghi architekten
Cottbus. Die Baustelle für die 7,5 Millionen Euro teure Kaimauer am künftigen Cottbuser Ostsee wird eingerichtet. Von Daniel Schauff

Es geht los. Bereits am Mittwoch wird dort, wo in einigen Jahren der Ostsee-Hafen stehen soll, eine riesige Baustelle eingerichtet. Die Kaimauer entsteht, eine „wesentliche Voraussetzung für das künftige Hafenquartier zwischen Merzdorf und Dissenchen/Schlichow“, sagt die Stadtverwaltung. Und eine sichtbare. „Wir hoffen, dass die Menschen dann wieder etwas mehr sehen“, sagt Stadtsprecher Jan Gloßmann.

„Wir wollen unseren See für die Bürgerinnen und Bürger sowie die Touristen greifbarer und erkennbar machen. Dazu ist dieser Bau ein erster Meilenstein“, sagt Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU). Für Montag ist der erste Spatenstich geplant – ein „Rammschlag“ werde es eher sein, sagt Gloßmann. Angekündigt ist hoher Besuch: Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) hat ihr Kommen angekündigt. „Dass Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider anwesend sein wird, ist ein Zeichen für die kontinuierliche Unterstützung des Landes für unser wichtigstes Entwicklungsvorhaben in den kommenden Jahren“, so Kelch.

In der Tat – das Land steuert einen ordentlichen Teil zum künftigen Ostsee bei. Den Bau der Kaimauer fördert es mit rund sechs Millionen Euro. 7,5 Millionen Euro sollen voraussichtlich insgesamt für den Linienverbau fällig werden, heißt es vonseiten der Stadt. Die Mauer wird 831 Meter lang.

Neben der Ministerin werden die Gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg sowie die Leag als Partner am kommenden Montag vertreten sein, kündigt die Stadt weiter an. Erwartet würden auch Vertreter der anderen Anrainer-Kommunen des künftig größten künstlichen Sees Deutschland, so die Verwaltung.

Die Kaimauer ist der Anfang des künftigen Cottbuser Hafenquartiers. Einen Entwurf dafür gibt es bereits. In einem Wettbewerb hatte sich das Hamburger Büros fehlig & mosh­feghi architekten und Gartenlabor Landschaftsarchitekten Bruns durchgesetzt. Genau so wie im Entwurf allerdings werde der Hafen nicht aussehen, sagt Stadtsprecher Gloßmann. Allerdings orientiere man sich an den Ideen der Büros aus dem Norden. Gleichzeitig aber solle ausreichend Raum für Privatinvestoren und ihre Vorstellungen geschaffen werden, so Gloßmann weiter. „Aus öffentlicher Hand alleine wäre ein solches Projekt nicht zu stemmen.“ Interessenten gebe es noch keine. „Dafür ist es noch zu früh“, sagt der Stadtsprecher. 2023 bis 2025 erst könnten die ersten privaten Bauvorhaben am Ostsee umgesetzt werden, hatte Ostsee-Manager Stefan Korb bereits im Mai angekündigt.

Die Flutung des Sees soll Ende des Jahres beginnen – 126 Millionen Kubikmeter Wasser wird er fassen, eingeleitet werden laut Bauherr Leag 280 Millionen Kubikmeter, da Teile des Wassers in der trockenen Tagebaukippe und den Böschungsbereichen versickere. 2025 soll der Ostsee vollgelaufen sein und Touristen sowie Einheimische vor die Tore der Stadt locken. Erst kürzlich haben die Stadtverordneten über die Aufstellung eines Bebauungsplans für die „Seeachse“ entschieden, die Innenstadt und Seeufer künftig attraktiv verbinden soll. Im Gespräch ist auch die Reaktivierung der alten Bahntrasse nach Guben, um dort per Schienenfahrzeug eine Verbindung zwischen Zentrum und Wasser zu schaffen.