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Rätsel um Erkennungsmarke gelöst

Cottbus. Die Geschichte über die Erkennungsmarke des Cottbuser Soldaten Otto Wohlfahrt ist bei RUNDSCHAU-Lesern auf großes Interesse gestoßen. Kleingärtner Horst Robert Alex hatte die Metallplakette mit den noch gut lesbaren Angaben Wohlfahrts beim Umgraben in der Gartensparte Abendfrieden entdeckt und den Fund öffentlich gemacht. Sven Hering

Alex möchte die Plakette gern den Nachfahren des Soldaten oder dem Cottbuser Stadtmuseum übergeben.

Auf eine "schöne knackige Weihnachtsnuss" hatte sich RUNDSCHAU-Leser Kurt Wettcke gefreut. Doch seine Nachforschungen in alten Dokumenten sollten sehr schnell zu Ergebnissen führen. "Der Herr Otto Wohlfahrt hat den Ersten Weltkrieg gut überstanden. Er ist in den Verlustlisten nicht enthalten", schreibt Kurt Wettcke. Damit sei er nicht verwundet oder vermisst gewesen und auch nicht gefallen. Selbst den beruflichen Werdegang Wohlfahrts hat Wettcke anhand alter Dokumente praktisch lückenlos dokumentiert. Vom Zigarren-Sortierer zum Zigarren-Macher bis zum Zigarren-Händler sei seine Karriere nachweisbar. Das hat auch Ute Siebert herausgefunden und am Dienstag per Telefon mitgeteilt. Ihre Großeltern hätten am Fundort der Marke einst selbst einen Kleingarten besessen. Deshalb habe sie sich für den Fall interessiert, so Ute Siebert. "Außerdem wird man mit zunehmendem Alter auch nostalgischer", betonte sie.

Kurt Wettcke mutmaßt, dass der Soldat Otto Wohlfahrt in der Armee nicht zwingend an vorderster Front eingesetzt war. Wahrscheinlich wegen seiner eigenen Tabakverarbeitung lungengeschädigt, sei er bei der Sanitätskompanie gelandet. Die Erkennungsmarke habe er dann wohl irgendwann einfach weggeschmissen.

"Hätte ich nun genügend Geld für die neueste und imposante Gebührensatzung des Stadtarchives, so könnte man eine meterlange Ahnentafel des Herrn Wohlfahrt aus den vorhandenen Unterlagen des Stadtarchives erstellen", schreibt Kurt Wettcke. Ende des Jahres 2015 war die neue Gebührensatzung in Kraft getreten. Die weiteren Nachforschungen überlässt Kurt Wettcke deshalb den Mitarbeitern des städtischen Museums.