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Radwege im Amt werden saniert

Damit der Radtourismus auch weiterhin ein Standbein im Spree-Neiße-Kreis bleibt, werden Fernradwanderwege instand gesetzt.
Damit der Radtourismus auch weiterhin ein Standbein im Spree-Neiße-Kreis bleibt, werden Fernradwanderwege instand gesetzt. FOTO: FOTO-Werner/rww1
Peitz. Die Bedeutung des Tourismus für die Gemeinden des Amtes Peitz wächst von Jahr zu Jahr, schon jetzt siedeln sich mit Blick auf den künftigen Ostsee immer mehr Pensionen an, die vor allem auf die sportlichen – und finanziell gut gestellten – Radtouristen setzen. Um ihnen möglichst optimale Bedingungen zu bieten, müssen die überregionalen Radwanderwege im Landkreis dringend saniert werden. Andrea Hilscher

Die Amtsgemeinden müssen sich an den Kosten beteiligen.

Insgesamt 300 000 Euro steckt der Landkreis in einem Zeitraum von drei Jahren über ein Förderprogramm in die Radwegesanierung im Peitzer Umland. Geld, das im Peitzer Haushalt inzwischen eingestellt ist. Damit, so wurde im jüngsten Amtsausschuss bekannt gegeben, sollen Teilabschnitte des Wegenetzes - etwa von Peitz Richtung Burg oder Richtung Großsee sowie Abschnitte im Bereich der Gemeinde Tauer - saniert werden. Insgesamt werden knapp zehn Kilometer Radweg instand gesetzt.

Eine sinnvolle Investition, da sind sich die Amtsbürgermeister einig. Trotzdem hatten sie Bedenken, dem Projekt zuzustimmen: Das Amt muss sich nämlich verpflichten, in den kommenden 15 Jahren jeweils 6930 Euro im Jahr für den Erhalt der Wege bereitzustellen. Für die Knotenpunktwegweisung fallen zusätzlich 4000 Euro an. "In den kommenden Jahren wird es schwer werden, das Geld aufzubringen", argumentierten die meisten Mitglieder des Amtsausschusses. Fritz Woitow, Bürgermeister von Drachhausen, machte seinem Unmut Luft: "Wir haben bei uns keinen einzigen Meter Radweg, müssen trotzdem für das Sanierungsprogramm mitzahlen. Fair ist das nicht." Drachhausen bemühe sich seit Jahren um den Bau von Radwegen, sei aber immer wieder abgeschmettert worden. Auch aus der Gemeindevertretung Heinersbrück regte sich Widerstand: Dort fehlen ebenfalls Radwege, besonders eine Anbindung nach Peitz wird seit Jahren vergeblich eingefordert.

Letztlich stimmten 15 Mitglieder des Amtsausschusses für die Vorlage, zwei stimmten dagegen, einer enthielt sich.

Eine Rad-Zählung in Peitz zwischen Maustmühle und Hüttenmuseum zeigte: Am Treffpunkt von fünf Radfernwegen tummeln sich Urlauber und Einheimische, gezählt wurden hier 2016 insgesamt 81 000 Radfahrer (durchschnittlich 222 pro Tag). 80 Prozent der Nutzer kamen innerhalb der Tourismussaison von April bis Oktober. Himmelfahrt und der Fischerfestsonntag am 14. August waren die am stärksten frequentierten Tage.

Einen Überblick zu Abschnitten, die im gesamten Kreis auf dem Gurkenradweg, dem Fürst-Pückler-Radweg, dem Oder-Neiße-Radweg, der Niederlausitzer Bergbautour sowie dem Spreeradweg erneuert werden sollen, gibt es im Internet auf

www.lr-online.de/radwege