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| 02:34 Uhr

Radlerstadt mit Problemzonen

Viel los am Brandenburger Platz: Hier geht es nicht nur in fünf Fahrtrichtungen. Neben Autos kreuzen Fußgänger, Radfahrer sowie Bus und Straßenbahn den Ort.
Viel los am Brandenburger Platz: Hier geht es nicht nur in fünf Fahrtrichtungen. Neben Autos kreuzen Fußgänger, Radfahrer sowie Bus und Straßenbahn den Ort. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Cottbus ist eine Radfahrerstadt. Das belegen die neuesten Untersuchungen. So machen die Radler mittlerweile 22 Prozent des Verkehrsaufkommens aus. Tendenz steigend. Trotzdem gibt es Problemzonen. Die suchen wir mit Ihrer Hilfe, liebe RUNDSCHAU-Leser. Peggy Kompalla

Fahrrad fahren liegt im Trend. Es ist umweltfreundlich und hält fit. Aber viel mehr noch, macht es Spaß und ist in Cottbus im Alltag oft wesentlich praktischer als das Auto. Daniela Paulig von der Stabstelle Stadtmarketing im Rathaus kennt sich bestens mit den Radwegen in der Region aus. Bislang lag ihr Fokus allerdings auf den Fernradwegen. "Jetzt haben wir aus unserer touristischen Betrachtung heraus gemeinsam mit dem Fachbereich Stadtentwicklung geschaut, wie es in der Stadt aussieht", berichtet sie. Im vergangenen Jahr wurden deshalb an vier Schnittstellen in Cottbus Radfahrer befragt. Die Untersuchung brachte interessante Ergebnisse.

Zusammengefasst lassen sie sich auf folgenden Nenner bringen: Der Cottbuser Radfahrer ist das ganze Jahr unterwegs und zwischen 45 und 60 Jahren alt. Er nutzt das Rad täglich auf Kurzstrecken bis zu fünf Kilometern, obwohl er Führerschein und Auto besitzt. "Cottbus ist eine Radfahrerstadt, die Wege sind kurz und kompakt", sagt Daniela Paulig. Das bedeute allerdings nicht, dass es an Schwachstellen fehlt. Genau die suchen die Touristiker gemeinsam mit der Stadt. Denn was Touristen hilft, erleichtert auch das Radeln für die Cottbuser.

Brandenburg ist mittlerweile nach Bayern das zweitbeliebteste Bundesland bei Radtouristen. Der Süden des Landes verfügt über ein hervorragendes Wegenetz. Cottbus ist dabei so etwas wie die Radnabe. Denn in der Stadt kreuzen sich fünf Fernradwege - so viele wie in keinem anderen Ort. Elf Prozent davon sind allerdings sanierungsbedürftig. Das stellte der TÜV jüngst im Auftrag der Energieregion fest. "Als Priorität wurde dabei ein 900 Meter langer Abschnitt des Spree-Radwegs in Saspow eingestuft", berichtet Daniela Paulig. Bezüglich der Pflege und Instandhaltung der Fernradwege habe das Wirtschaftsministerium Hilfsbereitschaft signalisiert. Deshalb sei eine Prioritätenliste so wichtig.

Doch Daniela Paulig reicht das nicht. Sie will auch den Blick für innerstädtische Rad-Problemzonen schärfen. Es gebe zwar das Radverkehrskonzept der Stadt, aber das stammt aus dem Jahr 2004. Seither hat sich vieles verändert, was die Radler-Ströme verändert hat. Dazu gehört beispielsweise der Umbau der Bahnhofstraße. "Das sorgt für eine Entflechtung am Brandenburger Platz", sagt sie. Trotzdem ist dort noch immer eine Menge los. Das beweist die Untersuchung. Die Hochrechnung ergab, dass den Platz im Jahr 800 000 Radfahrer kreuzen. Oftmals geht es dort recht chaotisch zu, es gibt fünf Fahrtrichtungen. "Die meisten Fahrradfahrer sind allerdings von Süden in Richtung Norden unterwegs." Solche Erkenntnisse seien wichtig für die Stadtplaner.

Doch es sind nicht immer aufwendige Analysen nötig, um Probleme abzustellen. Manchmal reicht schon ein abgesenkter Bordstein oder ein Hinweisschild. Deshalb fragen wir Sie, liebe Leser, wo sehen Sie Handlungsbedarf im Cottbuser Radwegenetz? Daniela Paulig nickt: "Jeder Hinweis hilft." Wie das schnell und einfach geht, steht im blauen Kasten.

Kommentar: Frischer Wind für Radler

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Schwachstellen im Cottbuser Radwegenetz meldenWir bitten Sie, liebe Leser, Problemzonen im Cottbuser Radwegenetz zu melden. Denn Sie sind täglich in ihrem Stadtteil mit dem Rad unterwegs und kennen die kleinen oder großen Hindernisse am Besten. Die Meldung geht schnell und einfach via Internet. Dafür müssen Sie nur auf die Seite www.lr-online.de/radprobleme gehen und das Online-Formular ausfüllen und auf "Meldung abschicken" drücken. Die RUNDSCHAU wird die schlimmsten Missstände zusammenfassen, die Sammlung veröffentlichen und der Stadtverwaltung übergeben.