ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:15 Uhr

Straßenverkehr
Sielows Radfahrer verbannt

Ortsvorsteher Bernd Rosumeck an einem der neuen Schilder.
Ortsvorsteher Bernd Rosumeck an einem der neuen Schilder. FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Nach einem Unfall müssen nun Radler runter vom Gehweg. Von Georg Zielonkowski

Halbwegs verwundert haben die Nutzer der Sielower Chaussee dieser Tage kleinere Bauarbeiten am Rande der zentralen Straße dieses Ortsteils beobachtet. Wurden doch die Haltelinien an den einmündenden Straßen entfernt und zugleich Veränderungen an der Beschilderung vorgenommen. Das gemeinsame Nutzen des die Straße begleitenden Weges von Radfahrern und Fußgängern ist nach der Veränderung nunmehr an längeren Abschnitten der Sielower Hauptschlagader passé. „Schon vor einigen Jahren – beim Neubau der Straße – wurde festgestellt, dass die Breite des Weges für eine gemeinsame Nutzung wohl nicht ausreicht. Versuchsweise wurde damals aber der Doppelnutzung stattgegeben, weil man davon ausging, dass wohl nur wenige Fußgänger auf dem Streifen unterwegs sein würden und man setzte zum anderen auf die gegenseitige Rücksichtnahme. Meine Ansicht nach hat das auch weitgehend funktioniert“, sagt Sielows Ortsvorsteher Bernd Rosumeck.

Vor einiger Zeit aber gab es nun doch eine Kollision am Ausgang der Fröbel-Kita zwischen Radfahrer und Fußgänger, was zum Anlass genommen wurde, die Situation neu zu bewerten. Im Interesse der Sicherheit für die Fußgänger wurden nun auf weiten Teilen dieser Straße die Radler von diesem Weg „verbannt“, was bei denen auf jede Menge Unverständnis stieß. „Bei uns hier in Sielow sind ja nun wirklich nur sehr wenige Fußgänger am Rande der Straße anzutreffen. Radler dagegen gibt es viele, die die Straße nutzen. Und die schickt man nun auf die vielbefahrene Straße, was ich für diese Personengruppe für doch ziemlich gefährlich halte. Also ich verstehe es nicht“, so Karl-Heinz Lehmann aus der Ströbitzer Straße.

„Natürlich ist das eigene Gefühl das eine, Gesetze aber sind die andere Sache. Und so gibt es nun einmal die gesetzliche Festlegung, dass ein Randstreifen die gesetzlich geforderte Mindestbreite aufweisen muss, um die Doppelnutzung nebeneinander zulässt“, erklärt Rosumeck ohne jede Emotion die Umstellung.

Eine mögliche Variante für die Radfahrer zur derer dennoch sicheren Nutzung der Straße brachten übrigens andere Einwohner ins Spiel, als sie sich eine Straßenmarkierung wünschten, wie sie der Bereich Hubertstraße/Universitätsstraße zeigt. Eine Linie markiert dort einen den Radlern vorbehaltenen Randstreifen für deren gefahrlose Fahrten.