Von Marion Hirche

Ein rühriger Verein lässt in Cottbus ganze vier  Tage lang die Puppen tanzen. Mit der Aufforderung „Hände hoch“, denn das ist unerlässlich beim Puppenspiel.

Beim nunmehr 20. Puppenspielfest im Piccolo-Theater am Wochenende „habe ich mich köstlich amüsiert, das war beste Unterhaltung“, schwärmt Marina Bußmann aus Cottbus nach  dem Stück um das Glück mit Hans-Jochen Menzel und Pierre Schäfer. Extra für das Cottbuser Jubiläum haben die beiden Berliner, die an der Hochschule Ernst Busch lehren, dieses Stück noch einmal ausgegraben.

Bärbel Schubert aus Burg leitet selbst eine Puppenspielgruppe mit  Schülern. „Ich bin hier, um dazuzulernen, deshalb komme ich schon seit vielen Jahren zum Puppenspielfest. Und es hat sich auch diesmal wieder gelohnt.“

 Verena Klatt ist seit fünf Jahren die Vorsitzende des Cottbuser Puppenspiel-Fördervereins und schon seit 1974 ein Puppenspiel-Fan. „Damals wollte ich Kindergärtnerin werden. Karin Heym kam zu uns an die Fachschule. Sie erzählte im Unterricht von einer Amateurpuppenbühne, die gegründet werden sollte. Das hat mir gefallen, und so bin ich hingegangen“, erzählt die Hänchenerin.

Seitdem hat sie in vielen Stücken  mitgespielt und ist geblieben, als der Verein die Bühne immer mehr Spielern aus ganz Deutschland und Europa überließ. Die Mitglieder des rührigen Vereins entfalten ihr Organisationstalent: Sie kümmern sich um die Gäste und um den Einlassdienst – erst wenn alles läuft, werden sie auch zum Zuschauer.

Die Vereins-Chefin wird gelobt: „Sie ist eine, die super schnell lernt, sehr rührig und umsichtig“, sagt Piccolo-Chef Reinhard Drogla.  Verena Klatt, die Frau im Hintergrund, hat sich durch den Fördergelddschungel gekämpft und sich auch zu einer Eröffnungsrede bewegen lassen, die sie mit Charme bravourös gemeistert hat am Wochenende. Doch jetzt plant sie ihren Rückzug aus der ersten Reihe. „Zur Wahl im nächsten Jahr trete ich nicht mehr an“, erklärt die Vereinsvorsitzende. 44 Mitglieder, so viele wie noch nie in der Vereinsgeschichte, engagieren sich in Cottbus für das Puppenspiel. Darunter sollte ein Nachfolger sein, sagt sie.

Immer zur Stelle ist auch Manfred Schmidt (68), der erste Mann an der Cottbuser Amateurpuppenbühne. „Ich war schon als Kind begeistert vom Puppenspiel, habe mir als Jugendlicher selbst ein Puppentheater gebaut und Aufführungen gemacht. Da kamen mir gleichgesinnte Mitstreitern gerade recht“, erzählt er.  Jetzt ist der gelernte Elektriker Mitglied im Vorstand, begleitet  die Vorstellungsabende mit seinem Leierkasten.