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Landesstiftung Branitz am Start
Mehr Pückler für alle

Nach der Seepyramide soll nun die Landpyramide in Pücklers Park restauriert werden.
Nach der Seepyramide soll nun die Landpyramide in Pücklers Park restauriert werden. FOTO: Claudius Wecke
Cottbus. Mit dem Jahresbeginn 2018 sind Park und Schloss Branitz Landesstiftung. Das erweitert die Möglichkeiten für Parkpflege, Forschung und Digitalisierung des Nachlasses des Fürsten. Von Ulrike Elsner

Am 1. Januar geht die neue Landesstiftung Park und Schloss Branitz an den Start.  Damit verdoppelt sich der Gesamtetat für die Pflege des Pücklerschen Erbes im Cottbuser Osten beinahe: nämlich von 2,2 auf jährlich rund vier Millionen Euro. Während das Land seine Zahlungen auf rund zwei Millionen Euro steigert und damit  fast vervierfacht, wird die hochverschuldete Stadt um jährlich eine halbe Million Euro entlastet und steuert künftig 1,38 Millionen Euro pro Jahr bei. Der Bund ergänzt diese  Grundfinanzierung wie in den Vorjahren mit 397 000  Euro pro Jahr.

Das Geld soll vor allem in neue Personalstellen fließen. „Dadurch können wir unsere Arbeit wesentlich besser machen als bisher“, betont Stiftungsdirektor Gert Streidt. Den größten Zuwachs wird es bei der Parkpflege geben. Hier sollen sechs zusätzliche Gärtner sowie ein wissenschaftlicher Mitarbeiter eingestellt werden.

Innerhalb des dritten deutsch-polnischen Interreg-Projekts sollen vom kommenden Frühjahr an bis zum Jahr 2020 allein in Branitz 2,8 Millionen Euro eingesetzt werden. Der größte Posten fließt in den Wegebau.  Außerdem ist die Rekonstruktion einer ganzen Reihe von Schmuckelementen im Pleasure­ground, dem gestalteten Gartenbereich am Schloss, geplant.  Dazu gehört das große Venusbeet vor dem Schloss, das  zur Pücklerzeit viel aufwändiger geschmückt war als heute und seine ursprüngliche Form wieder erhalten soll. Damit steigt aber auch der Pflegeaufwand für die Parkgärtner.

Zudem gibt es laut Gert Streidt „einen großen Pflegestau bei der Baumpflege“, der aufgelöst werden muss. Auch die Pflege des Schmiedegartens, die bisher ehrenamtlich geleistet wurde, werden Parkgärtner übernehmen.  Außerdem gibt es künftig einen  Pyramidengärtner, dem sowohl die Pflege der Seepyramide als auch der Landpyramide obliegt.   Die Landpyramide soll im ersten Halbjahr 2018 restauriert werden. Wie Stiftungsdirektor Streidt mitteilt, wird das Gitter mit der Aufschrift „Gräber sind die Bergspitzen einer fernen neuen Welt“ abgenommen und wiederhergestellt. Auch die Pyramidenspitze erhält ihre ursprünglichen scharfen Konturen zurück.

Die Wiederherstellung der Parkwege ist umso wichtiger, als Fürst Pückler bei der Gestaltung seiner Parklandschaft den Wegen eine besondere Funktion zugedacht hat. Sie sind „die stummen Führer“ im Park.

Jeweils eine neue Stelle soll  in der Forschung und im Bereich Marketing/Öffentlichkeitsarbeit geschaffen werden. Stärkung der Forschung habe auch einen größeren Vorlauf für die geplante neue Dauerausstellung im Schloss über Leben und Werk des Fürsten Pückler zur Folge, die im Jahr 2019 eröffnet werden soll. Zudem stehe die Digitalisierung der Sammlung  an. Vom kommenden Jahr an soll der gesamte schriftliche Nachlass Pücklers – mehr als 80 000 Blätter – erfasst werden: seine Briefe, Rechnungen, Notiz- und Tagebücher. Dadurch wird einerseits die Auswertung der Dokumente für die Forschung erleichtert. Andererseits erhält aber auch erstmals die Allgemeinheit über das Internet Zugang zu diesem Material. Auch in den sozialen Netzwerken will die Stiftung künftig stärker präsent sein. Das ermöglicht die zusätzliche Stelle im Bereich Marketing/Öffentlichkeitsarbeit.

Ein Großteil der Aufgaben, die bisher im Rathaus mitverwaltet wurden,  wird künftig in der Verantwortung der Landesstiftung liegen. Neben einer Buchhalterstelle wird es künftig auch einen Technischen Leiter geben, der sich um Gebäudemanagement und Bauplanung kümmert.

Für die Cottbuser sollen die Vorteile der Landesstiftung schon bald sichtbar werden. „Wir können die Anlage besser pflegen. Die Cottbuser  werden Branitz also in einem besseren Zustand erleben“, verspricht Gert Streidt. Die Stärkung des Museumsbereichs werde sich auf die Qualität der Ausstellungen auswirken. Auch im Veranstaltungssektor  soll es eine Weiterentwicklung geben. Mit der festlichen Illumination des Pleasuregrounds im vergangenen Herbst sei beispielsweise ein neuer Weg beschritten worden, der vielversprechend ist.