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| 13:55 Uhr

Auf den Spuren von Pückler und Blechen
Arbeiten von Cottbuser Schülern im Schloss Branitz

In dieser Sonderausstellung im Branitzer Schloss dominieren junge Künstler und Betrachter.
In dieser Sonderausstellung im Branitzer Schloss dominieren junge Künstler und Betrachter. FOTO: Michael Helbig
Pückler-Stiftung zeigt im Schloss Branitz erstmals Arbeiten von Schülern, die sich künstlerisch mit dem Grünen Fürsten und dem Landschaftsmaler Carl Blechen auseinandersetzen. Von Renate Marschall

Sie haben sich selbst mit Liedern und Tänzen gefeiert bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Von Kindern und Bäumen“ im Schloss Branitz – Schülerinnen und Schüler Cottbuser Schulen. „Eine Ausstellung so ganz anders als sonst in Branitz“, wie Gert Streidt, Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, betont. Zum ersten Mal sind hier bis 10. Februar künstlerische Arbeiten vorrangig von Kindern zu sehen. Und zum letzten Mal findet in diesen Räumen eine Sonderausstellung statt. Danach erweitern sie die ständige Ausstellung zu Pückler.

Es war Anfang des Jahres, da starteten die Carl-Blechen-Gesellschaft und die Cottbuser Grundschule, die den Namen des bedeutenden Landschaftsmalers trägt, einen Aufruf an Grundschulen, sich mit Blechen unter dem Motto „Im Zeichen des Baumes“ künstlerisch auseinanderzusetzen. Anlass war Carl Blechens 220. Geburtstag im Sommer. Über 300 Exponate – Zeichnungen, Malerei, Plastik, Keramik und Guckkästen wurden von dreizehn Schulen und Vereinen eingereicht. Alle sollen zu sehen sein, versichert Iris Sturzebecher, die sich seitens der Pücklerstiftung um die Ausstellung kümmert. Eine Herzensangelegenheit für die ehemalige Erzieherin. „Etwa zur Hälfte der Ausstellungszeit werden wir Arbeiten austauschen, alle waren nicht gleichzeitig unterzubringen.“ Zumal diese Sonderausstellung ergänzt wird durch Objekte, die an der Kunstschule Potsdam, die Kurse für Kinder und Erwachsene anbietet, innerhalb eines Pückler-Projekts entstanden.

Überraschend ist die Vielfalt der kleinen Kunstwerke, die zeigen, wie innig die Verbindung von Kindern und Bäumen ist. Verwurzelt sein, ungestört, gehegt, gepflegt und beschützt wachsen können, sich in alle Richtungen und in Vielfalt ausbreiten können – das brauchen beide. Intuitiv haben die Mädchen und Jungen das auf ganz unterschiedliche Weise zu Papier gebracht. Die zehnjährige Lucie Rigo von der Carl-Blechen-Grundschule hat einen kräftigen Baum in zartem Grün und Rosa mit vielen Ästen und Blättern gemalt, die bei genauem Hinsehen aus Händen wachsen. Dazu hat sie an den Bildrand ein paar Zeilen unter der Überschrift „Hand in Hand“ gestellt. „Ein Baum ist wie meine Familie, die Wurzeln geben mir Halt, die Äste sind die Verbindungen zwischen uns und die Blätter geben mir einfach das Gefühl, zu fliegen und zu träumen.“ Schöner kann man das nicht sagen.

Der Baum von Kurt Fischer (10) von der Sportbetonten Grundschule ist ein lustiger Geselle. Er hat Mund, Augen und Ohren, guckt fröhlich in die Welt, seine Arme reichen fast bis zur Erde. Darleen Buch, aus der 6a der Kästner-Schule arbeitet grafisch. Ihr Baum reckt seine zahlreichen Äste, es könnten die Ruten einer ausladenden Weide sein, gerade in den Himmel. Ein Eichhörnchen huscht hindurch und ein Vogel hat sein Nest darin gebaut. Auf der Erde steht ein Körbchen mit Ostereiern. Etwas ganz besonderes sind die Guckkästen, die Schüler der Reinhard-Lakomy-Schule gebastelt haben. Auch Ilonka, zehn, und Kira, neun, haben ihre Ideen in einen Schuhkarton mit Guckloch verpackt. Bei Ilonka ist es eine Wiese mit Schafen, bei Kira leuchtet im Hintergrund ein Regenbogen, davor sind unter anderem Eicheln zu sehen. Es gibt nichts, was nicht schön ist, alles ist liebevoll und mit viel Kreativität gemacht, loben die beiden auch die Arbeiten ihrer Mitschüler, die allesamt im Kunstunterricht entstanden. Es ist ja nicht so einfach, einen Guckkasten, dessen historisches Vorbild stammt aus dem 18. Jahrhundert, zu basteln, schon wegen der Perspektive.

Beeindruckend sind auch die Keramiken, die die Kunstschule Potsdam beigesteuert hat wie die filigranen Blätter und Flechten von Christine Petzold oder Alicia Ritters Relief mit Bäumen.

Was Ilonka und Kira über die Arbeiten ihrer Mitschüler gesagt haben, gilt für die ganze Ausstellung: liebevoll und kreativ. In ihrer Vielfalt bietet sie jede Menge Raum für Entdeckungen und ist ein schöner, ruhevoller Ausflugstipp für Familien zu den Feiertagen.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 16 Uhr; Sonderöffnungszeiten vom 25. Dezember bis 1. Januar von 11 bis 17 Uhr, am 24. Dezember ist geschlossen.