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| 01:00 Uhr

Prüfer attestiert Cottbuser Stollen beste Qualität

Cottbus.. Einen Vorgeschmack auf Weihnachten bekamen die Cottbuser gestern bei der ersten öffentlichen Stollenprüfung im Meistersaal der Handwerkskammer. Qualitätsprüfer Manfred Stiefel vom Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks nahm 26 Proben des traditionellen Weihnachtsgebäcks aus 13 südbrandenburgischen Bäckereien unter die Lupe und auf die Zunge. Auch drei Cottbuser Bäcker waren beteiligt. 21-mal wurden die begehrten Prädikate „gut“ und „sehr gut“ vergeben. Von Ulrike Elsner

Christstollen, Butterstollen, Mandelstollen, Quarkstollen, Mohnstollen, Nussstollen - die Vielfalt ist groß. Was jedoch alle Stollen auszeichne, so Stiefel, sei „ein im Verhältnis zum Kuchenbrot sehr hoher Fett- und Zuckergehalt“ . Mindestens 40 Prozent beträgt der Fettgehalt beim Butterstollen.
„Stollen ist das Aushängeschild einer Bäckerei“ , meint Manfred Stiefel. Jeder Bäcker habe sein eigenes Rezept, das oft von Generation zu Generation weitergegeben werde.
Und so arbeitet der Prüfer: „Zuerst schaue ich mir das Äußere an, wie es ja jeder Kunde im Bäckerladen auch tut.“ Danach werde der Stollen betastet und überprüft, ob er „vernünftig gebacken“ ist. Schließlich kontrolliere er „Form und Lockerung“ sowie Vorhandensein und Verteilung von Früchten. Es folgen Geschmacksprobe und nach genauer Analyse die Vergabe des Prädikats. Dass 21 von 26 Stollen „gut“ oder „sehr gut“ erreichten, spreche für die „ausgezeichnete Qualität“ des Angebots hiesiger Bäckereien, freut sich Horst Teuscher von der Handwerkskammer.
Dem Butter-Mandelstollen mit der Nummer 2 attestiert der Qualitätsprüfer zum Beispiel eine schöne Kruste und einen sauberen Boden. Auf besonderes Interesse stößt die Nummer 24: ein Mandel-Butterstollen mit viel Marzipan und einer Schokoladen-Kuvertüre. Diese Variation sei ihm bisher nicht begegnet, sagt Stiefel anerkennend.
Auch Monka Hamacher, die dem Aufruf zur öffentlichen Verkostung gefolgt ist, findet das Gebäck mit dem Schokoladen-Überzug „wunderbar“ . „Eigentlich ist ja Mohnstollen meine Spezialität“ , gesteht die 52-Jährige. Doch auf diesen Genuss muss die Cottbuserin noch ein bisschen warten. „Stollen gibt es bei mir erst in der Adventszeit“ , sagt sie.
Auch Gerhard und Gertrud Deutsch schmecken die kalorienreichen Kostproben. Noch lieber wäre es dem Rentner-Paar allerdings, wenn auf dem Probentisch statt der anonymen Zahl der Name des jeweiliges Bäckers vermerkt wäre. „Früher habe ich selbst gebacken“ , verrät Gerhard Deutsch. Zehn Stollen, die bis Ostern gereicht haben, mit viel Rosinen und Zitronat. „Jetzt lohnt sich das aber nicht mehr“ , meint der 71-Jährige. Nun sind die Deutschs auf der Suche nach einem besonders guten Stollen-Bäcker.

Hintergrund Weihnachtsstollen
  Stollen wurde bereits im 14. Jahrhundert gegessen. Am Anfang habe der Dresdner Strietzel gestanden, der mindestens seit 1329 gebacken wurde, sagt Werner Klinkmüller.
Urspünglich handelte es sich um ein Gebildbrot, das das Jesuskind als wichtigen Pfosten des christlichen Glaubens darstellen sollte. Auch die Technik des Übereinanderfaltens des Teiges galt als Verweis auf ein Wickelkind im Stall.