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Kriminalität
Zäher Prozess zu Mord an Cottbuser Rentnerin

Die  Polizei hat im Dezember 2016 am Stand vor der Stadthalle   Zeugenhinweise zur getöteten Rentnerin  aufgenommen. Sie gab Senioren auch Tipps, wie sie sich besser vor Überfällen schützen.   Archivfoto: Annett Igel-Allzeit
Die Polizei hat im Dezember 2016 am Stand vor der Stadthalle Zeugenhinweise zur getöteten Rentnerin aufgenommen. Sie gab Senioren auch Tipps, wie sie sich besser vor Überfällen schützen. Archivfoto: Annett Igel-Allzeit FOTO: Annett Igel-Allzeit
Cottbus. Seit fast einem halben Jahr beschäftigt sich das Landgericht mit dem Tod von Gerda K. aus Cottbus. In dem Mordprozess sind mehr als 20 weitere Hauptverhandlungstermine bis zum 3. August 2018 bestimmt. Von Andrea Hilscher

 Der Mord an der Cottbuser Rentnerin Gerda K. liegt bereits eineinhalb Jahre zurück. Wann im Prozess gegen den mutmaßlichen Täter ein Urteil gesprochen wird, ist derzeit noch völlig offen. Wie Gerichtssprecher Frank Merker auf RUNDSCHAU-Nachfrage mitteilt, sei ein Ende des Verfahrens derzeit noch nicht in Sicht. Das Jugendstrafverfahren befindet sich derzeit noch immer in der Beweisaufnahme. Aktuell würden, so Merker, Polizeibeamte als Zeugen vernommen. Frank Merker: „Es sind aktuell mehr als 20 weitere Hauptverhandlungstermine bis zum 3. August 2018 bestimmt.“

Begonnen hatte der Prozesse am 23. Oktober vorigen Jahres. Seitdem ist über den Verlauf des Verfahrens gegen einen jungen Syrer kaum etwas an die Öffentlichkeit gedrungen, weil die Cottbuser Jugendstrafkammer nichtöffentlich über den Fall verhandeln muss. Von der Bevölkerung wird dieses Prozedere immer wieder kritisiert. Auch bei der RUNDSCHAU  fragen Freunde und ehemalige Kollegen der ermordeten 82-Jährigen immer wieder nach dem Stand des Verfahrens.

Da ein von der Staatsanwaltschaft beauftragtes Gutachten bescheinigt hatte, dass der Täter zur Tatzeit im Dezember 2016 „nicht älter als 18 Jahre“ gewesen sein kann, muss die Hauptverhandlung zwingend nach dem Jugendgerichtsgesetz unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt werden.

Schon vor Beginn der Beweisaufnahme hatte es zahlreiche Verzögerungen im Prozessverlauf gegeben. So waren zunächst Zeugen geladen worden, die dann aber wieder unverrichteter Dinge nach Hause gehen mussten. Stattdessen habe sich nach Auskunft eines Justizsprechers die Jugendstrafkammer nach Verlesung der Anklageschrift zunächst mit „mehreren Ablehnungsanträgen“ der Verteidigung befassen müssen. Außerdem habe der Verteidiger des Angeklagten die Unvollständigkeit der Gerichtsakten moniert, die Ankläger hätten dem Gericht Dokumente nachliefern müssen. Die Anklage ist überzeugt, dass der Syrer die Rentnerin im Dezember 2016 ermordete, um Geld oder wertvolle Gegenstände in ihrer Wohnung zu erbeuten. Die Leiche der Frau war  entdeckt worden, nachdem die Rentnerin nicht bei einer Weihnachtsfeier erschienen war.

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