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Landgericht Cottbus
Prozess zu Mord an Rentnerin kurz nach Beginn ausgesetzt

Blick in einen Verhandlungssaal mit dem Brandenburger Adler im Landgericht von Cottbus.
Blick in einen Verhandlungssaal mit dem Brandenburger Adler im Landgericht von Cottbus. FOTO: Patrick Pleul / dpa
Cottbus. Der Prozess um den Mord an Gerda K. aus Cottbus ist vorerst ausgesetzt. Eigentlich sollte ab dem heutigen Freitag verhandelt werden. Angeklagt ist ein junger Syrer.

Als Grund nannte ein Landgerichtssprecher am Freitag, dass dem Angeklagten in der Untersuchungshaft das Ladungsschreiben zu dem Verhandlungstermin nicht zugestellt worden war. Der Prozess beginnt voraussichtlich am 23. Oktober erneut.

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der Angeklagte die Rentnerin im Dezember 2016 ermordete, um Geld oder andere wertvolle Gegenstände in ihrer Wohnung zu erbeuten. Die Öffentlichkeit ist bei dem Verfahren ausgeschlossen, weil der Beschuldigte laut Anklagebehörde zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alt und damit minderjährig war. Das Jugendgerichtsgesetz (§48) sieht dann den Ausschluss der Öffentlichkeit vor.

Das Ladungsschreiben sei vom Landgericht zwar rechtzeitig verschickt worden, ergänzte der Sprecher. Jedoch sei es innerhalb des Gefängnisses in Wriezen, wo der Angeklagte in Untersuchungshaft sitzt, offensichtlich nicht weitergeleitet worden. Die Verteidigung habe gleich zu Beginn des Prozesses einen Antrag wegen Nichteinhaltung der Ladungsfrist gestellt. Die Anklageschrift wurde nicht verlesen.

Die Leiche der Frau war in ihrer Wohnung entdeckt worden, nachdem die Rentnerin nicht bei einer Weihnachtsfeier ehemaliger Kollegen erschienen war. Details zum genauen Tatablauf wurden bislang nicht bekannt gegeben - auch mit Verweis auf den besonderen Schutz von Jugendlichen. Der Beschuldigte, der auch in Cottbus lebte, soll die 82-Jährige gekannt haben. Die Rentnerin soll vor ihrem Tod noch Einkäufe in der Innenstadt erledigt haben.

Als die Festnahme des jungen Mannes im März bekannt wurde, appellierte die Stadtverwaltung an die Cottbuser Einwohner, Ruhe zu bewahren und mit Blick auf seine syrische Staatsangehörigkeit nicht alle Ausländer in der Stadt unter Generalverdacht zu stellen. Laut Ermittler kam der Tatverdächtige 2015 in Begleitung eines Vormundes nach

(dpa)