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| 07:00 Uhr

Verhandlung vor dem Landgericht
Prozess im Mordfall der Cottbuserin Gerda K. dauert mindestens noch bis Mai

Cottbus. Der Prozess um die im Dezember 2016 ermordete Cottbuser Rentnerin Gerda K. wird noch bis mindestens Mai dauern.

Wie Gerichtssprecher Frank Merker mitteilt, werden derzeit noch immer Polizeibeamte vernommen. Der Bruder des Opfers, Notarzt und Rettungssanitäter haben bereits ausgesagt. Das Verfahren dauert inzwischen 15 Monate.

Nach Angaben des Gerichts ist eine lange Verfahrensdauer bei Schwurgerichtsverfahren, die sich mit Tötungsdelikten beschäftigen, keine Seltenheit. Das Verfahren um den Mord an einer Rentnerin in Senftenberg habe ebenfalls gut ein­einhalb Jahre gedauert. Der Täter wurde 2017 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Seit Oktober wird am Landgericht Cottbus unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegen einen zur Tatzeit minderjährigen Syrer verhandelt, der die Rentnerin umgebracht haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm einen Mord vor.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, Anfang Dezember 2016 die 82-jährige Gerda K. in ihrer Wohnung getötet zu haben, um Geld und Wertgegenstände zu entwenden.

Es hatte fast drei Monate gedauert, bis eine Sonderkommission der Kriminalpolizei zusammen mit der Staatsanwaltschaft Cottbus Anfang März 2017 die Festnahme eines jungen Mannes verkünden konnte. Mit einer groß angelegten Öffentlichkeitsfahndung war in Cottbus nach dem Mörder von Gerda K. gesucht worden.

Der junge Syrer, der offenbar 2015 in Begleitung eines Bruders nach Deutschland eingereist ist, wurde im Laufe des Verfahrens im Auftrag der Staatsanwaltschaft gutachterlich untersucht. Dieses Gutachten hatte ergeben, dass er zur Tatzeit nicht älter als 18 Jahre gewesen war. Daher muss die Hauptverhandlung zwingend nach dem Jugendgerichtsgesetz unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt werden.

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(hil)