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| 18:42 Uhr

Aus dem Gericht
Prozess gegen Maskenmänner wird zum Puzzlespiel

Cottbus. Der „verschwundene Zeuge“ taucht auf und sagt nichts. Imbiss-Betreiber noch mal im Zeugenstand. Von Daniel Schauff

Klar ist: Christian W. und Ralf H. sind die beiden Maskenmänner, die im Oktober 2017 einen Asia-Imbiss, Pizzaboten und vier Jugendliche überfallen, bedroht und beraubt haben. Gestanden haben sie ihren Raubzug, Christian W. ist für eine der drei Taten bereits verurteilt worden. Trotzdem ist im Prozess gegen die beiden Männer kein schnelles Ende in Sicht. Das Gericht will so viele Details wie möglich klären – darunter, wer von den beiden Tätern die Pistole – offenbar eine Softair-Waffe – und wer das Pfefferspray bei den Überfällen gezückt hat. Die beiden Angeklagten erinnern sich ihren Angaben zufolge nicht, weil sie auf Drogen gewesen seien. Bisher konnte auch keiner der Zeugen sagen, welcher der beiden Angeklagten die Schusswaffe gehalten hat – beide Täter trugen Masken.

In der kommenden Woche sollen daher noch einmal die Asiaimbiss-Betreiber aussagen. In ihrem Lokal hatte der Raubzug begonnen. W. und H. waren hineingestürmt, riefen „Kohle her.“ Einer der beiden Räuber bedroht das vietnamesische Betreiberpaar mit der silberfarbenen Waffe, der andere zückt Pfefferspray und fuchtelt mit der Dose vor den Gesichtern der Gastronomen hin und her. Die beiden Männer griffen sich Geld aus der Kasse, bedrohten einen 18-jährigen Gast mit der Pistole, forderten Handy und Geld. Kein Wunder also, dass die Imbiss-Betreiber bereits bei ihrer ersten Aussage unwohl zumute war. „Ich hoffe, dass die Täter eingesperrt werden, damit ich mich nicht mehr fürchten muss“, hatte die Wirtin bei der ersten Vernehmung gesagt. Auch der Gast hat mit dem Erlebten zu kämpfen, hat während seiner Zeugenaussage unter anderem von Schlafstörungen. Ein weiterer Zeuge, der einen der Männer nach der Tat ohne Maske vor dem Imbiss gesehen hat, hat sich zunächst gar nicht erst getraut, in den Zeugenstand zu treten.

Wenig Hilfe gab es am Freitag von einem Zeugen, der von der Polizei vorgeführt werden musste. Zuvor war er trotz Ladung nicht vor Gericht erschienen. Er machte von seinem Zeugnisverweigerungsrecht gebrauch – zu groß war die Angst, dass ein Verfahren wegen Mittäterschaft folgen könnte. Offenbar waren Teile der Beute in seiner Wohnung gefunden worden.

Wann in dem Prozess um die spektakuläre Raubserie aus dem Oktober ein Urteil fallen könnte, ist noch unklar. Verhandlungstermine bis in den September stehen fest.